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Anarchistischer CSD Berlin 2021 // Anarchist CSD Berlin 2021

Solidarity with the struggle in Israel/Palestine is all about power

engl. below

EINLEITUNG

Der untenstehende Beitrag wurde von ABC-Dresden veröffentlicht.
Wir finden ihn gut und stellen ihn zur Diskussion. Bekanntlich versuchten in der Vergangenheit immer wieder Gruppen, die diversen CSD poltisch für eine Proisrael- oder Propalästinaposition zu dominieren und gegen die jeweils andere Position zu polariseren und zu eskalieren.

Wir lehnen solche Angriffe auf den Anarchistischen CSD als antiemanzipativ ab und geben darum u.a. Nationalfahnen auf unseren Demos keinen Raum.

Und über die Lüge: Von Gruppen (u.a. Quarc) wird behauptet, wir hätten die Polizei bei einem Konflikt auf einer unserer Demos gerufen. Dies ist eine billige Lüge! Es handelte sich um den „Radical-Queer-March“, mit dem wir organisatorisch überhaupt nichts zu tun hatten. Dieser war von dem aggresiven BDS-Block überfordert und hat die Polizei nicht an der Intervention in die Demo hinein gehindert. Das Vorgehen der Radical-Queer-March halten wir für falsch. Bullen haben auf unseren Demos nichts zu suchen, schon gar nicht, um unsere Konflikte zu „lösen“. Wir haben in der Vergangenheit unsere Konflikte als Anarchist:innen ohne Bullen gelöst. Und werden das auch in Zukunft tun! Alles andere ist Lüge und Hetze gegen ein anarchistisches Projekt.

Wir sehen uns auf der Straße.
Liebe & Wut

 

INTRODUCTION

The article below was published by ABC-Dresden.

We find it good and put it up for discussion. As is well known, in the past again and again groups tried to dominate the various CSD poltically for a pro-Israel or pro-Palestine position and to polarize and escalate against the respective other position.

We reject such attacks on the Anarchist CSD as anti-emancipative and therefore do not give any space to national flags on our demos.
And about the lie: It is claimed by groups (among others Quarc) that we called the police during a conflict on one of our demos. This is a cheap lie! It was about the „Radical-Queer-March“, with which we had nothing at all to do organizationally. This was overwhelmed by the aggresive BDS block and did not prevent the police from intervening in the demo. We consider the actions of the Radical-Queer-March to be wrong. Cops have no business at our demos, certainly not to „solve“ our conflicts. In the past we have solved our conflicts as anarchists without cops. And we will do that also in the future! Everything else is lies and agitation against an anarchist project.

See you on the streets.
Love & Rage

ABC-Dresden:

Bei der Solidarität mit dem Kampf in Israel/Palästina geht es nur um Macht (ENGL. BELOW)

Nachdem der Waffenstillstand in Kraft getreten ist, die Palästinenser:innen in ihre zerstörten Häuser zurückkehren und die Israelis die Bunker verlassen, glauben wir, dass es notwendig ist, weiter über den Konflikt zu sprechen. Und obwohl für viele unter den Anarchist:innen und Linken in Deutschland die Situation klar ist und die Meinung feststeht, denken wir, dass es noch viel zu sagen gibt.

Es ist kompliziert, darüber zu sprechen, wer zuerst angefangen hat. Und obwohl die Geschichte des Konflikts wichtig ist, liegt sie außerhalb des Rahmens dieses Textes. Hier möchten wir über Macht heutzutage und die Beziehung zwischen dem Staat und den Menschen auf dem Territorium von Israel und Palästina sprechen.

Die aktuelle Eskalation hat viele Ebenen. Zum Beispiel werden die Proteste um die Räumungen in Ost-Jerusalem durch die lange Geschichte der Siedlungsprojekte im Westjordanland angeheizt. Die Rechten behaupten, dass sie schon in der Stadt lebten, bevor die Araber kamen, die Araber behaupten, dass sie seit Jahrzehnten in ihren Häusern leben und es ihr Zuhause ist.

Wir denken, dass kein Mensch aus seinem Zuhause geräumt werden sollte, egal, was der Staat entscheidet. Als Anarchist:innen wehren wir uns gegen Versuche des Staates, den Lebensraum der Menschen zu beanspruchen.
Und für uns spielt es keine Rolle, ob die Person, die vertrieben wird, ein:e Jude:Jüdin oder ein:e Araber:in ist. Wir verurteilen alle Versuche der Staatsmacht, in lokale Gemeinschaften einzugreifen, sei es, um sie zu „entkriminalisieren“ oder um ihre soziale Zusammensetzung aufgrund von ethnischer Herkunft, Religion oder Klasse völlig neu zu gestalten.

Deshalb glauben wir, dass der Widerstand gegen die Zwangsräumungen in Ost-Jerusalem und anderen Regionen des Westjordanlandes legitim ist und unterstützen die Menschen, welche Widerstand dagegen leisten.

Die andere Seite der Eskalation waren die ethnischen Unruhen zwischen Jüd:innen und Araber:innen in verschiedenen Teilen des Landes. Für einige stellen diese sogar eine größere Gefahr für die Stabilität der Region dar als Raketen aus Gaza. Wir verurteilen jegliche Ausschreitungen, die auf nationaler oder ethnischer Unterteilung basieren. In der freien Welt kann es keinen Platz für Rassismus geben, auch wenn er von den Unterdrückten kommt.

Und der letzte Tropfen war der Angriff auf die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem – einer der heiligsten Orte für die Muslime. Wir glauben nicht an Gott und denken, dass die institutionelle Religion ein Feind der freien Menschen ist. Dennoch ist der Angriff auf ein so wichtiges Symbol des Islam ein großes Problem. Es war von Anfang an klar, dass solche Aktionen einen Gegenschlag provozieren würden. Die Demonstration der Gewalt goss genug Benzin ins Feuer, um tagelange Unruhen zu verursachen.
Das Feiern der Rechtsextremen neben der Moschee, die den Tod der Araber besangen, war eine weitere Botschaft, die von fortschrittlichen und anarchistischen Kräften nicht toleriert werden kann.

Für die Hamas und andere rechtsgerichtete palästinensische Gruppen war die neue Welle der Eskalation ein Geschenk. Die Organisation kam sehr schnell zu ihrem mehr oder weniger symbolischen Raketenbeschuss auf Israel zurück. Und obwohl dabei mehrere Dutzend Menschen getötet wurden, wurde das Image des
Kämpfers gegen die Besatzung wieder gestärkt. Die Antwort von Netanjahus Regime war jedoch völlig unverhältnismäßig. Die Sicherheit des israelischen Staates war in keiner Weise bedroht, auch wenn die Absicht der Hamas, Menschen in Israel durch den Abschuss von Raketen zu schädigen und zu töten, nicht übersehen werden kann. Ein fortschrittliches Raketenabwehrsystemm konnte jedoch die Mehrheit der Tausenden von Raketen, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden, zerstören.

Die Bombardierung der stark besiedelten Gebiete des Gazastreifens ist ein Mittel der kollektiven Bestrafung und kein Versuch, die Bedrohung zu stoppen. Die rechte israelische Regierung sagte, dass diese Häuser von der Hamas für ihre Operationen genutzt wurden, aber selbst inKriegszeiten hat man nicht das moralische Recht, alle Menschen um den Terroristen herum zu töten.

Wir konnten das in den letzten 20 Jahren des Krieges gegen den Terror, bei dem Tausende von Zivilisten getötet wurden, während westliche Staaten auf der ganzen Welt Jagd auf Top-Ziele machten, mehrfach sehen. Und obwohl diese Art von „Kollateralschaden“ bei Operationen außerhalb der EU und der USA akzeptabel scheinen, ist es schwer vorstellbar, dass Polizei oder Militär bei Operationen zur Ergreifung von Terroristen in Paris oder Berlin kollektive Bestrafung betreiben.

Es würde zu weit gehen zu sagen, dass die Situation von Anfang an von irgendeiner schlechten oder guten Seite geplant war. Aber der Konflikt wurde von verschiedenen reaktionären Gruppen genutzt, um an Macht zu gewinnen. Auf der einen Seite wird die Hamas eine weitere Welle der Mobilisierung innerhalb und außerhalb des Gazastreifen erleben. Das Machtwachstum islamistischer Gruppen in der Region ist nichts Gutes für alle progressiven Kräfte.

Auf der anderen Seite war Netanjahu, der erst nach internationalem Druck einen Waffenstillstand von der Hamas akzeptierte, für kurze Zeit wieder zurück auf dem Pferd. Der Konflikt ermöglichte es, die Verhandlungen zwischen Liberalen und Konservativen, um ihn loszuwerden, vorübergehend zu unterbrechen. Doch auf lange Sicht scheiterte die Strategie und der berüchtigte Herrscher des israelischen Staates ist nun aus dem Amt.

Im Moment sehen wir, dass Israel in zwei Teile gespalten ist. Und obwohl die israelische Regierung die Westbank und den Gazastreifen kontrolliert, wird die Bevölkerung dieser Regionen nicht als gleichberechtigt mit den israelischen Bürger:innen angesehen. Die Zweistaatenlösung ist tot und kommt von Zeit zu Zeit zum Leben, wenn liberale Politiker:innen aus dem Westen gefragt werden, was zu tun sei. Der Vorstoß zur Akzeptanz der Palästinenser:innen als Gleichberechtigte innerhalb des Staates Israel findet statt, hat aber ohne Unterstützung innerhalb Israels sowie der internationalen Gemeinschaft wenig Aussicht auf Erfolg. Ob man es mag oder nicht, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, B’Tselem, nennt die Situation mit Palästina eine Apartheid[1].

Die Palästinenser:innen, die in den letzten Wochen von den israelischen Sicherheitskräften gefangen genommen wurden, werden einen Militärprozess bekommen, im Gegensatz zu den extrem rechten jüdischen Randalierer:innen, deren Prozess vor einem Zivilengericht stattfinden wird [2], Was im Grunde günstige Bedingungen für die Proteste der einen Gruppe schafft und es für die andere extrem gefährlich macht.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), die nach den Osloer Verträgen gegründet wurde, wird von einigen Anarchist:innen aus Palästina als ein Werkzeug zur weiteren Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung angesehen [3]. Die PA kooperiert in Sicherheitsfragen mit den israelischen Streitkräften. Viele der Palästinenser:innen sehen die Fatah als eine Marionetten-Autonomieregierung, die dazu da ist, die lokale Bevölkerung zu befrieden.

All dies macht es der palästinensischen Bevölerung eindeutig schwer, irgendeine Art von Kampf zu führen. Und Reaktionen auf Proteste oder Versuche, den Kampf für gleiche Rechte weiter voranzutreiben, werden immer durch unverhältnismäßige Angriffe der israelischen Sicherheitskräfte behindert. Bei den Protesten an der Grenze zu Gaza in den Jahren 2018 und 2019 gab es 183 Tote und 9.200 Verletzte, darunter mehr als 6.000 durch Scharfschützen Verletzte [4].

In Anbetracht all dessen möchten wir unsere Solidarität mit der Zivilbevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland zum Ausdruck
bringen, die tagtäglich um ihr Überleben kämpft, während ihr Kampf durch eine der härtesten Sicherheitsoperationen auf dem Planeten unterdrückt wird. Diese Solidarität erstreckt sich nicht auf die islamistischen Gruppen, die versuchen, den Kampf zu nutzen, um politischen Einfluss in der Region zu erlangen.

Wir möchten auch unsere Solidarität mit unseren anarchistischen und antiautoritären linken Gefährt:innen in Israel zum Ausdruck bringen, die unter den harten Bedingungen des militarisierten Staates gegen die Segregation und die rechte Regierung kämpfen.

Unsere Solidarität gilt auch den palästinensischen und israelischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt, die für Gerechtigkeit und Gleichheit gegen staatliche Unterdrückung eintreten!“

[1] – https://www.theguardian.com/commentisfree/2021/jan/12/israel-largest-human-rights-group-apartheid
[2] – https://www.btselem.org/topic/military_courts
[3] – https://anarchiststudies.org/palestinian-anarchists/
[4] – https://www.nytimes.com/2019/03/18/world/middleeast/israeli-shootings-gaza-border.html

 

Solidarity with the struggle in Israel/Palestine is all about power

Solidarity with the struggle in Israel/Palestine is all about power

With the ceasefire in place, Palestinians returning to their destroyed homes and Israelis leaving the bunkers, we believe there is a need to keep on talking about the conflict. And although for many among the anarchists and left in Germany the situation is clear, and the mind is set, we still think that there is a lot to say.

It is hard to talk about who started first. And although the history of conflict is important, it is out of the scope of this text. Here we would like to talk about power today and the relationship between the state and the people on the territory of Israel and Palestine.

 

The current escalation has a lot of layers. For example, the protests around evictions in East Jerusalem are fueled by the long history of settlement projects in West Bank. The right-wing claim that they were living in the city before the Arabs came, the Arabs claim that they are living in their houses for decades, and it is their home.

We do believe that no human being should be evicted from their home no matter what the state decides. As anarchists, we oppose attempts of the state to claim the living space of the human beings. And for us, it doesn’t matter if the person evicted is a Jew or an Arab. We also condemn any attempts of the state power to intervene in local communities whether to “decriminalize” them, or completely reshape the social composition of it based on race, religion or class.

That is why we believe that the resistance against evictions in East Jerusalem and other regions of West Bank is legit and support those resisting it.

The other side of escalation was about ethical riots between Jews and Arabs in different parts of the country. For some those posed even bigger danger for stability of the region than rockets from Gaza. We condemn any riots based on the national or ethnic division. In the free world there can be no space for racism, even when it comes from the oppressed.

And the last drop was the attack on Al Aqsa mosque in Jerusalem – one of the most sacred places for the Muslims. We do not believe in God and do think that institutional religion is an enemy of free people. However, attack on such an important symbol of Islam is a huge issue. It was clear from the very beginning that such actions would provoke a push back. The demonstration of force poured enough gasoline into fire to have riots for several days. Celebration of extreme-right next to the Mosque singing about the death to Arabs was another message, that can not be tolerated by any progressive and anarchist forces.

For Hamas and other right-wing Palestinian groups, the new wave of escalation was a gift. The organization got really fast back to its more or less symbolic rocket bombing of Israel. And although several dozen people were killed, the image of the fighter against occupation was once again reinforced. However, the reply of Netanyahu’s regime was completely disproportionate. Security of the Israeli state was in no way under threat, even though the intention of Hamas to harm and kill people in Israel by launching rockets is not possible to ignore. But advanced missile protection could destroy the majority of the thousands of rockets send from Gaza Strip.

Bombing of the highly populated areas of Gaza is a way of collective punishment and not an attempt to stop the threat. Right-wing Israeli government was saying that those houses were used by Hamas for their operations, however even in the wartime you do not have a moral right to kill all the people around the terrorist.

We’ve seen this happening on multiple occasions in the last 20 years of war on terror that killed thousands of civilians while western states were hunting top targets all around the world. And although this kind of “collateral damage” is acceptable in operation outside of EU and US, it is hard to imagine police or military doing collective punishment in operations to capture terrorist in Paris or Berlin.

It would be too far to go saying that the situation was planned from the very beginning by some bad or good side. But the conflict was used by different reactionary groups to grow power. From one side Hamas will have another wave of mobilization in Gaza Strip and outside of it. The growth of power of Islamist groups in the region is nothing good for any progressive forces.

From the other side Netanyahu, who accepted ceasefire from Hamas only after international pressure was back on the horse for short time. The conflict managed to temporarily stop negotiations between liberals and conservatives to get rid of him. However in the long the stategy failed and the infamous ruler of israilian state is now out of office.

Right now we see that Israel is split into two pieces. And although Israeli government is controlling West Bank and Gaza population of those regions are not considered equal to the Israeli citizens. The two state solution is dead and comes from time to time to live when the liberal politicians from the West are asked what should be done. The push towards acceptance of Palestinians as equals within the state of Israel is happening but has little chance of success without support from within Israel as well as from the international community. Whether you like it or not the biggest human rights organization in Israel B’Tselem does call the situation with Palestine an apartheid.[1]

The Palestinians captured by the Israelian security forces in recent weeks will have a military trial in contrast to civil court for the extreme right jewish rioters.[2] Which basically creates favorable conditions for the protests of one group and makes it extremely dangerous for the other.

Palestinian Authority (PA) established after Oslo Accords are seen by some anarchists from Palestine as a tool to further oppress Palestinian people[3]. PA does cooperate on security issues with Israeli forces. Many of the Palestinians see Fatah as a puppet autonomy government there to pacify the local population.

All of this is clearly putting the people of Palestine in hard conditions for any type of struggle. And response to protests or attempts to move further with the struggle for equal rights is always hindered with disproportional attacks from the Israeli security forces. The Gaza border protest in 2018-2019 left 183 dead and 9200 wounded including over 6000 wounded by snipers.[4]

Taking all that in account we would like to express our solidarity with the civil population of Gaza and West Bank who are fighting on the daily basis for survival as their struggle is repressed by one of the hardest security operations on the planet. This solidarity does not extend to the islamist groups that are trying to use the struggle in favor of gaining political influence in the region.

We also would like to voice our solidarity with our anarchist and anti-authoritarian left comrades in Israel who are fighting against segregation and the right-wing government under hard conditions of the militarized state.

Our solidarity goes as well to Palestinian and Israeli communities around the globe standing for justice and equality against state oppression!

[1] – https://www.theguardian.com/commentisfree/2021/jan/12/israel-largest-human-rights-group-apartheid
[2] – https://www.btselem.org/topic/military_courts
[3] – https://anarchiststudies.org/palestinian-anarchists/
[4] – https://www.nytimes.com/2019/03/18/world/middleeast/israeli-shootings-gaza-border.html

 

 

 

 

————————————————-DEMO 2021———————————————–

It’s the 26th of June 2021, but please read more below…

Poster

Poster

ENGLISH // FRANCAISE // ARABIC // GREEK // TURKISH VERSIONS BELOW

Anarchistischer CSD Berlin 2021: Aus Wut zerstören, aus Liebe aufbauen

Wir laden Dich am Sonnabend, 26.6., um 14 Uhr zu einer unangepassten, antikommerziellen Demonstration ein, die uns Kraft gibt für zukünftige Kämpfe!

Das erfolgreiche Erkämpfen von Würde und Gerechtigkeit ist das Ergebnis von Revolten und Aufständen gegen Dominanz und Herrschaft. Der Christopher Street Day geht zurück auf einen spontanen Aufstand einer Gruppe queerer schwarzer Menschen und People of Colour, Sexarbeiter*innen und trans Personen mit ihren Freund*innen, mit dem sie sich am 28. Juni 1969 gegen die rassistischen und homo-/transfeindlichen Übergriffe der Polizei wehrten. Es folgte ein dreitägiger Aufstand in der Christopher Street in New York, in deren Folge sich vielerorts Menschen zusammenschlossen und auf die Straße gingen.

Widerstand ist weiterhin relevant in der Covid-19-Pandemie! Er darf nicht von Rechten und Coronaleugner*innen besetzt werden. Corona wirkt wie ein Brennglas für die sozialen Widersprüche: immer mehr Menschen werden in die Armut und ins Abseits gedrängt, während die Kassen der Großkonzerne klingeln. Die soziale Kontrolle und Überwachung nimmt zu und neue Ausbeutungsformen werden etabliert. Dem Protest dagegen wird unter dem Vorwand von Coronamaßnahmen die Luft abgeschnitten. Die Privilegierten gewinnen und die sowieso schon Marginalisierten verlieren weiter an sozialem Halt. Die Isolationsmaßnahmen und die Ausbeutung der Pflege- und Arbeitskraft gehen an die Substanz für alle. Wir sollen uns alle persönlich einschränken, aber unsere Arbeitskraft wird gerne voll und ganz in Anspruch genommen. Jeder Mensch kann deutlich sehen: Die Maxime ist nicht das Wohlergehen der Menschen, sondern das ungestörte Weiterfunktionieren der kapitalistischen Strukturen.

Wenn auch nur ein Mensch auf der Welt unterdrückt bleibt, so bist auch Du nicht frei!

Die Unterdrückung von queeren Menschen zeigt sich nicht nur auf den Straßen der Stadt! Schon vor der Pandemie kam es zu queerfeindlichen Angriffen. Diese Situation hat sich durch die staatlich auferlegten sozialen Pandemieeinschränkungen verstärkt! Je nach sozialer Position haben Gewalt und Diskriminierung aufgrund des Genders und/oder der Begehrensweise sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich zugenommen. Zugleich werden Rückzugsräume durch eine aggressive Wohnungspolitik zugunsten der Besitzenden immer knapper. Auf der Arbeit geraten viele unter Druck, sich anzupassen.

Seid dabei, wenn wir unsere Solidarität mit den Angegriffenen, Unterdrückten und Ausgebeuteten demonstrieren! Wir beginnen den ACSD 2021 am Volkspark Friedrichshain, weil es hier in der Vergangenheit zu Übergriffen gegen queere Menschen kam. Zu den gewalttätigen Übergriffen kommt hinzu, dass das Kapital mit Hilfe des Staates die Ausgrenzung weiter vorantreibt und einen Krieg gegen die Menschen führt zugunsten einer Politik der Gentrifizierung, sprich der Bildung von Wohneigentum und Immobilienspekulation. Er richtet sich gegen ökonomisch marginalisierte Menschen, die sich Wohnen nicht mehr leisten können. Dieser Krieg richtet sich auch systematisch gegen selbstverwaltete Räume und Strukturen, wie das Jugendzentrum Potse oder Widerstandsnester wie das queerfeministische Hausprojekt L34. Wir erleben den Umbau und die Modernisierung der neoliberalen Demokratie, in der uns Grundrechte als Privilegien verkauft werden. Wir erklären uns solidarisch mit allen Menschen, die von Zwangsräumung bedroht sind und sich keine Wohnung mehr leisten können sowie mit bedrohten und geräumten autonomen und linksradikalen Projekten. Die Demoroute führt deshalb von Friedrichshain nach Kreuzberg und passiert einige dieser Orte – manche nur noch eine Erinnerung, andere scheiße lebendig.

Wir wollen, dass der Anarchistische CSD ein Raum ist, in dem die unterschiedlichen Stimmen derjenigen hörbar werden, die einen antiautoritären Kampf für Selbstbestimmung führen wollen. Es geht um Unterstützung und gelebte Solidarität, frei von Überlegenheitsdenken, kolonialistischen, patriarchalen und nationalistischen Ideologien.

Egal von welchen Zuschreibungen Du betroffen bist, gegen welche Macht und Herrschaftsverhältnisse Du Dich täglich behaupten musst, egal ob Du einen deutschen Pass hast, einen anderen oder keinen! Egal welches Gender, welche Hautfarbe, welches Aussehen! Ob Du behindert wirst, migrantisiert bist, ob Du jüdisch oder muslimisch bist oder so wahrgenommen wirst, ob Du arabisch sprichst oder hebräisch oder beides – Lass uns zusammenkommen für einen gemeinsamen, intersektionalen und grenzenlosen Kampf gegen Staat(en), Eliten und Regierungen!

Wir laden alle Queers ein, die sich mit diesen Zielen und Werten identifizieren, mit uns zu demonstrieren und sich dem Kampf gegen die Unterdrückung durch dieses kapitalistische, rassistische, koloniale und patriarchale Cistem anzuschließen.

Geh’ mit uns auf die Straße!

Aus Wut zerstören, aus Liebe aufbauen

26.6.2021, 14 Uhr: Startpunkt: Friedensstraße/Märchenbrunnen

Wie immer keine National- und Parteiflaggen. Kein Krieg. Keine autoritären Gruppen. Gerne starke Transparente und Schilder, laute Parolen, Glitter und Gedöns.

 

// ENGLISH VERSION //

Anarchist CSD Berlin 2021: Destroy from rage, build from love

We invite you to a non-conformist­, non-commercial demonstration on Saturday, 26 June at 2 pm, which will give us strength for future struggles!

The successful struggle for dignity and justice is the result of revolts and uprisings against power and domination. Christopher Street Day dates back to a spontaneous uprising by a group of queer black people and people of colour, sex workers and trans people with their friends on 28 June 1969 to resist racist and homophobic/trans attacks by the police. This was followed by a three-day riot on Christopher Street in New York, with people uniting and taking to the streets in many places.

Resistance is still relevant during the Covid 19 pandemic! It must not be occupied by right-wingers and Corona deniers. Corona acts as a magnifying glass for social contradictions: more and more people are pushed into poverty and precarity, while the coffers of the big corporations fill. Social control and surveillance are increasing and new forms of exploitation are being established. Protest against this is cut off under the pretext of corona measures. The privileged are winning and the already marginalised are losing their social foothold. The isolation measures and the exploitation of care and labour are taking their toll on everyone. We are all supposed to limit ourselves personally, but our labour power is gladly taken full advantage of. Every person can see clearly: The maxim is not the welfare of the people, but the undisturbed continued functioning of the capitalist structures. Please be aware of this:

If even one person in the world remains oppressed, you are not free either!

The oppression of queer people is not only evident on the city streets! Even before the pandemic there were queer-hostile attacks. This situation has been exacerbated by the social pandemic restrictions imposed by the state! Depending on social position, violence and discrimination based on gender and/or orientation have increased in both private and public spheres. At the same time, spaces of retreat are becoming increasingly scarce due to aggressive housing policies in favour of the landlords and property owners. At work, many are under pressure to conform.

Be there when we demonstrate our solidarity with the attacked, oppressed and exploited! We are starting ACSD 2021 at Volkspark Friedrichshain because there have been attacks against queer people here in the recent past. In addition to the violent attacks, capital, with the help of the state, continues to push exclusion and atomization and is waging a war against people in favour of a policy of gentrification, i.e. the formation of residential property and real estate speculation. It is also directed against economically marginalised people who can no longer afford housing. This war is also systematically directed against self-managed spaces and structures, such as the youth centre Potse or pockets of resistance like the queerfeminist house project L34. We are experiencing the reconstruction and modernisation of neoliberal democracy, in which basic rights are sold to us as privileges. We declare our solidarity with everyone who is threatened with eviction and can no longer afford a flat, as well as with threatened and evicted autonomous and radical left projects. The demo route therefore leads from Friedrichshain to Kreuzberg and passes some of these places – some just a memory, others still alive and kicking.

We want the Anarchist CSD to be a space where the different voices of those who want to lead an anti-authoritarian struggle for self-determination can be heard. It is about support and lived solidarity, free from supremacist thinking, colonialist, patriarchal and nationalist ideologies.

No matter what how you are labled, how you identify, what power and domination relations you have to assert yourself against every day, no matter whether you have a German passport, another passport or none at all! No matter what gender, what skin colour, what appearance! Whether you are disabled, migrantised, Jewish or Muslim or perceived as such, whether you speak Arabic or Hebrew or both – let’s come together for a common, intersectional and borderless struggle against state(s), elites and governments!

We invite all queers who identify with these goals and values to demonstrate with us and join the struggle against the oppression by this capitalist, racist, colonialist and patriarchal cistem.

Take to the streets with us!

Destroy out of anger, build out of love.

26.6.2021, 2 pm: Starting point: Friedenstraße/Märchenbrunnen

As always no national or party flags. No war. No authoritarian groups. Powerful banners and signs, loud slogans, glitter and furor are welcome.

 

// VERSION FRANCAISE //

CSD anarchiste Berlin 2021 : Détruire par colère, construire par amour.

Nous vous invitons à une manifestation non-conformiste et non-commerciale le samedi 26 juin à 14h, qui nous donnera de la force pour les luttes futures!

Le succès de la lutte pour la dignité et la justice est le résultat des révoltes et des soulèvements contre le pouvoir et la domination.

Le Christopher Street Day remonte à un soulèvement spontané d’un groupe des personnes noires et de couleur, des travailleurs du sexe et des personnes trans avec leurs ami.es, qui s’est passé le 28 juin 1969 pour résister aux attaques racistes et anti-queer de la police.

Cette révolte a été suivie d’une émeute de trois jours sur Christopher Street à New York, les gens s’unissant et descendant dans la rue dans de nombreux endroits.

La résistance est toujours actuelle pendant la pandémie de Covid 19! Elle ne doit pas être occupée par les gens de la droite et les négateurs de Corona. Corona agit comme une loupe sur les contradictions sociales: de plus en plus des personnes sont poussées dans la pauvreté et la précarité, tandis que les porte-monnaies des grandes entreprises se remplissent. Le contrôle social et la surveillance augmentent et des nouvelles formes d’exploitation sont mises en place. Les protestations contre cela sont coupées sous le prétexte des mesures de corona.

Les privilégiés gagnent et les personnes déjà marginalisées perdent leur ancrage social. Les mesures d’isolement et l’exploitation des soins et du travail font des ravages sur tout le monde. Nous sommes tous censés nous limiter personnellement, mais notre force de travail est exploitée. Tout le monde peut voir clair: La maxime n’est pas le bien-être des gens, mais le fonctionnement continu et sans perturbation des structures capitalistes. S’il vous plaît, soyez conscient de ceci: si une seule personne dans le monde reste opprimée, vous n’êtes pas libre non plus!

L’oppression des personnes queers ne se manifeste pas seulement dans les rues des villes! Même avant la pandémie, il y avait des attaques anti-queers. Cette situation a été amplifiée par les restrictions sociales de la pandémie imposées par l’État! Selon la position sociale, la violence et la discrimination fondées sur le genre et/ou l’orientation sexuelles ont augmenté dans les sphères privées et publiques. En même temps, les espaces de retraite se font de plus en plus rares en raison des politiques de logement agressives en faveur des propriétaires et des exploitants immobiliers. Au travail, beaucoup subissent des pressions pour se conformer.

Soyez là lorsque nous manifesterons notre solidarité avec les personnes attaquées, opprimées et exploitées! Nous commençons l’ACSD 2021 au Volkspark Friedrichshain parce qu’il y avait des attaques contre les personnes queers récemment.

En plus des attaques violentes, le capital, avec l’aide de l’État, continue de pousser à l’exclusion et à l’atomisation et mène une guerre contre les gens en faveur d’une politique de gentrification, c’est-à-dire la formation de la propriété résidentielle et la spéculation immobilière. Elle est également dirigée contre les personnes économiquement marginalisées qui n’ont plus les moyens de trouver un logement.

Cette guerre est aussi systématiquement dirigée contre les espaces et structures autogérés, comme le centre de jeunesse Potse ou les sources de résistance comme le projet de maison queer-féministe L34. Nous vivons la reconstruction et la modernisation de la démocratie néolibérale, dans laquelle les droits fondamentaux nous sont vendus comme des privilèges. Nous déclarons notre solidarité avec tous ceux qui sont menacés d’expulsion et ne peuvent plus se permettre un appartement, ainsi qu’avec les projets autonomes et de la gauche radicale qui sont menacés et expulsés. L’itinéraire de la manifestation va donc de Friedrichshain à Kreuzberg et passe par certains de ces lieux – certains ne sont plus qu’un souvenir, d’autres sont encore bien vivants.

Nous voulons que le CSD anarchiste soit un espace où les différentes voix de ceux qui veulent mener une lutte anti-autoritaire pour l’autodétermination peuvent être entendues. Il s’agit de soutien et de solidarité vécue, sans pensée suprématiste, ni idéologies colonialistes, patriarcales et nationalistes.

Peu importe comment vous êtes étiqueté, comment vous vous identifiez, contre quels rapports de pouvoir et de domination vous devez vous confronter chaque jour, peu importe que vous ayez un passeport allemand, un autre passeport ou pas de passeport du tout! Peu importe ton sexe, ta couleur de peau, ton apparence! Que vous êtes personnes avec la diversité fonctionnelle, migrant, juif ou musulman ou perçu comme tel, que vous parliez arabe ou hébreu ou les deux – réunissons-nous pour une lutte commune, intersectionnelle et sans frontières, contre les États, les élites et les gouvernements!

Nous invitons tous les queers qui se reconnaissent dans ces objectifs et ces valeurs à manifester avec nous et à rejoindre la lutte contre l’oppression par ce cistème capitaliste, raciste, colonialiste et patriarcal.

Descendez dans la rue avec nous!

Détruire par colère, construire par amour.

26.06.2021, 14h00 : Point de départ: Friedenstraße/Märchenbrunnen

Comme toujours, pas de drapeaux nationaux ou de partis. Pas de guerre. Pas de groupes autoritaires. Des bannières, des enseignes et des panneaux puissants, des slogans forts et des paillettes sont bienvenus.

 

// ARABIC VERSION //

حطم من الغضب و ابن من الحب ! 

نحن ندعوك يوم السبت26.06 الساعة الثانية ظهرا للمشاركة في احتجاج حر و مستقل سيعطينا القوة من اجل نضالنا و كفاحنا المستقبلي.

إن الكرامة و المساواة هي حصيلة نضال و كفاح دائم و مستمر ضد التسلط و الهيمنة . إن العديد من النتائج النضالية حول العالم ما كانت سوى نتيجة احتجاج مجموعة من الناس الذين كانت لديهم الجرأة للاحتجاج ضد الظلم و العدوان .

إن المقاومة تبقى ذات أهمية في ظل جائحة كورونا و يجب أن لا توظف من قبل اليمين المتطرف و داعمي نظرية المؤامرة لخدمة اجنداتهم واهدافهم السياسية . إن جائحة كورونا أدت إلى خسائر جسيمة للطبقات الاجتماعية البسيطة : العديد من الناس تم جرهم إلى

الفقر و العوزبينما تهتز جيوب الشركات الكبرى بالمال من العائدات . التحكم و المراقبة الاجتماعية تزداد و انواع جديدة من الاستغلال يتم تأسيسها . إن الإحتجاج ضد هذه الإشكال من الاستغلال يتم قمعها تحت مظلة الإجراءات الاحترازية بسبب جائحة كورونا.

المستفيدون من الأزمة تزداد ارباحهم و المهمشون يتضائل دعمهم . إن إجراءات العزل و الاستغلال على وجه الخصوص في القطاع الصحي و قطاع العمل بشكل عاملها أثار جسيمة على الجميع .ما يتم فرضه علينا هو تقليل لقاءاتنا الشخصية أما على صعيد العمل فمطلوب منا ان نستنفذ طاقتنا . كلنا يمكننا رؤية ذلك بوضوح : الهدف ليس رفاهية الناس بل الربحية و استمرار الشركات الرأسمالية.

عندما يتم اضطهاد شخص واحد في العالم فهذا يعني انك لست حرا كذلك ! 

ان اضطهاد مختلف فئات المجتمع ليس جليا فقط في الشارع و الحياة اليومية . حتى قبل جائحة كورونا كان هناك اضطهاد و كراهية بسبب العرق او الجنس التي ازدادت بشكل كبير مع بداية الجائحة .

كونوا معنا من اجل ان نتظاهر لنعلن تضامننا مع المظلومين و المضطهدين ! سوف نبدأ احتجاجنا في حديقة فولكس بارك في فريدريشسهاين.

بالإضافة إلى العنف و الكراهية يتم شن حرب اقتصادية بكل ما للكلمة من معنى ضد المهمشين و المضطهدين لصالح سياسة قمعية فيقطاع السكن . ما يجري هو تحريف للديموقراطية و اظهار  الحقوق الاساسية في الحياة الكريمة على أنها امتيازات . نحن نعلن تضامننا

الكامل مع جميع الناس المهددين بالطرد من منازلهم و الذين لا يستطيعون تحمل نفقات سكن كريم لهم و لعائلاتهم. سير الإحتجاج سوف يكون من فريدريشسهاين باتجاه كرويتزبيرغ .

ما نريده هو ان يكون احتجاجنا منبرا لجميع الناس التي تناضل ضد جميع اشكال التسلط و الهيمنة . نحن بذلك نعلن دعمنا الكامل وتضامننا دون اجندات سياسية و ايديولوجيات يمينية و كيانات رأسمالية .

سواء كنت شخصيا متضررا من هذه الكيانات او كنت مناضلا بشكل يومي ضدها ، لا فرق ان كان لديك جواز سفر الماني او اي جواز سفرآخر ، لا فرق ما هو جنسك او لون بشرتك او كنت مهاجرا او كنت من ذوي الاحتياجات الخاصة او كنت مسلما او يهوديا : دعنا نجتمع

معا من أجل كفاح مشترك ضد الفئات الحاكمة المتحكمة .

تعالو معنا جميعا الى الساحة !

حطم من الغضب و ابن من الحب ! 

٢٠٢١/٦/٢٦

الساعة الثانية ظهرا

مكان اللقاء : Friedenstraße / Märchenbrunnen 

و كما جرت العادة .. لا اعلام وطنية او حزبية .. لا ندعو للحرب … نرحب بالهتاف الصارخ ضد كل اشكال التفرقة

// GREEK VERSION //
Σας καλούμε σε μια αντικομφορμιστική, αντιεμπορική διαδήλωση το Σάββατο 26.6. στις 2 μ.μ., που θα μας δώσει δύναμη για μελλοντικούς αγώνες!

 

Ο επιτυχημένος αγώνας για αξιοπρέπεια και δικαιοσύνη είναι το αποτέλεσμα εξεγέρσεων και επαναστάσεων ενάντια στην κυριαρχία και την εξουσία. Η Ημέρα της Christopher Street ανάγεται στην αυθόρμητη εξέγερση μιας ομάδας queer μαύρων ατόμων, ατόμων χρώματος και εργαζομένων στο σεξ και τρανς ατόμων, τα οποία μαζί με φιλικά τους άτομα αντιστάθηκαν στις 28 Ιουνίου 1969 στις ρατσιστικές και ομοφοβικές/τρανς επιθέσεις της αστυνομίας. Ακολούθησε τριήμερη εξέγερση στην Christopher Street στη Νέα Υόρκη, με τον κόσμο να ενώνεται και να βγαίνει στους δρόμους σε πολλά μέρη.

 

Η αντίσταση συνεχίζει να είναι σημαντική στην πανδημία του CoVid-19! Δεν πρέπει να καπελωθεί από δεξιά άτομα και άτομα που αρνούνται τον κορωνοΐό. Ο κορωνοϊός λειτουργεί ως θερμοκήπιο για τις κοινωνικές αντιφάσεις: όλο και περισσότεροι άνθρωποι σπρώχνονται στη φτώχεια και την περιθωριοποίηση, ενώ τα ταμεία των μεγάλων εταιρειών γεμίζουν. Ο κοινωνικός έλεγχος και η επιτήρηση αυξάνονται και εγκαθιδρύονται νέες μορφές εκμετάλλευσης. Η διαμαρτυρία εναντίον όλων αυτών εμποδίζεται με το πρόσχημα των μέτρων για τον κορωνοϊό. Τα προνομιούχα άτομα κερδίζουν και τα ήδη περιθωριοποιημένα άτομα χάνουν περαιτέρω κοινωνική υποστήριξη. Τα μέτρα απομόνωσης και η εκμετάλλευση της φροντίδας και της εργασίας έχουν επιπτώσεις σε όλο τον κόσμο. Υποτίθεται ότι το καθένα από μας προσωπικά πρέπει να περιορίζεται, αλλά η εργασία μας ευχαρίστως αξιοποιείται πλήρως. Κάθε άτομο το αντιλαμβάνεται ξεκάθαρα: Το ζητούμενο δεν είναι η ευημερία των ανθρώπων, αλλά η απρόσκοπτη συνέχιση της λειτουργίας των καπιταλιστικών δομών.

 

Αν έστω και ένας άνθρωπος στον κόσμο παραμένει καταπιεσμένος, ούτε εσύ είσαι ελεύθερος/-η/-ο!

 

Η καταπίεση των queer ατόμων δεν είναι εμφανής μόνο στους δρόμους της πόλης! Ακόμα και πριν από την πανδημία, υπήρχαν επιθέσεις κατά των queer. Η κατάσταση αυτή έχει επιδεινωθεί από τους περιορισμούς που επιβάλλει η κυβέρνηση για την κοινωνική πανδημία! Ανάλογα με την κοινωνική θέση, η βία και οι διακρίσεις με βάση το φύλο ή/και τον προσανατολισμό έχουν αυξηθεί τόσο στον ιδιωτικό όσο και στον δημόσιο τομέα. Ταυτόχρονα, οι ασφαλείς χώροι γίνονται όλο και πιο σπάνιοι λόγω των επιθετικών πολιτικών στέγασης υπέρ των ιδιοκτητών/-τριών. Στην εργασία, πολλά άτομα δέχονται πιέσεις για να συμμορφωθούν.

 

Να είσαι εκεί καθώς θα διαδηλώνουμε την αλληλεγγύη μας σε όσα άτομα δέχονται επίθεση, καταπιέζονται και εκμεταλλεύονται! Ξεκινάμε το ACSD 2021 στο Volkspark Friedrichshain εξαιτίας των επιθέσεων που έγιναν στο παρελθόν εναντίον των queer ατόμων εδώ. Εκτός από τις βίαιες επιθέσεις, το κεφάλαιο, με τη βοήθεια του κράτους, συνεχίζει να προωθεί τον αποκλεισμό και να διεξάγει έναν πόλεμο εναντίον των ανθρώπων προς όφελος μιας πολιτικής gentrification (οικιστικής εξυγίανσης), δηλαδή της συγκρότησης της ιδιοκτησίας ακινήτων και της κτηματομεσιτικής κερδοσκοπίας. Στρέφεται κατά των οικονομικά περιθωριοποιημένων ανθρώπων που δεν μπορούν πλέον να αντεπεξέλθουν στις οικονομικές απαιτήσεις της στέγασης. Αυτός ο πόλεμος στρέφεται επίσης συστηματικά εναντίον αυτοδιαχειριζόμενων χώρων και δομών, όπως το κέντρο νεολαίας Potse ή κατά θυλάκων αντίστασης όπως το queer-φεμινιστικό στεγαστικό εγχείρημα L34. Βιώνουμε την ανασυγκρότηση και τον εκσυγχρονισμό της νεοφιλελεύθερης δημοκρατίας, στην οποία τα βασικά δικαιώματα μας πωλούνται ως προνόμια. Δηλώνουμε την αλληλεγγύη μας σε όλους τους ανθρώπους που απειλούνται με έξωση και δεν μπορούν πλέον να αντεπεξέλθουν οικονομικά στην ενοικίαση ενός διαμερίσματος, καθώς και στα αυτόνομα και ριζοσπαστικά αριστερά εγχειρήματα που απειλούνται με έξωση. Η διαδρομή της πορείας οδηγείται λοιπόν από το Friedrichshain στο Kreuzberg και περνάει από μερικά από αυτά τα μέρη – κάποια από αυτά είναι απλώς μια ανάμνηση, άλλα είναι πολύ ζωντανά.

 

Θέλουμε το Αναρχικό CSD να είναι ένας χώρος όπου μπορούν να ακουστούν οι διαφορετικές φωνές όσων θέλουν να ηγηθούν ενός αντιεξουσιαστικού αγώνα για αυτοδιάθεση. Πρόκειται για υποστήριξη και βιωμένη αλληλεγγύη, απαλλαγμένη από νοοτροπίες ανωτερότητας και αποικιοκρατικές, πατριαρχικές και εθνικιστικές ιδεολογίες.

 

Ανεξάρτητα από το ποια χαρακτηριστικά σε επηρεάζουν, απέναντι σε ποιες σχέσεις εξουσίας και κυριαρχίας πρέπει να στέκεσαι κάθε μέρα, ανεξάρτητα από το αν έχεις γερμανικό διαβατήριο, διαβατήριο άλλης χώρας ή καθόλου! Δεν έχει σημασία ποιο φύλο, ποιο χρώμα δέρματος, ποια εμφάνιση! Είτε είσαι άτομο με αναπηρία, είτε μετανάστης/-ρια, είτε Εβραίος/-α/-ο, είτε Μουσουλμάνος/-α/-ο, ή αν σε αντιλαμβάνονται ως τέτοιο, είτε μιλάς Αραβικά ή Εβραϊκά ή και τα δύο – Ας ενωθούμε μαζί για έναν κοινό, διαθεματικό και χωρίς σύνορα αγώνα ενάντια σε κράτος/-η, ελίτ και κυβερνήσεις!

Καλούμε όλα τα queer άτομα που ταυτίζονται με αυτούς τους στόχους και τις αξίες να διαδηλώσουν μαζί μας και να συμμετάσχουν στον αγώνα ενάντια στην καταπίεση από αυτό το καπιταλιστικό, ρατσιστικό, αποικιοκρατικό και πατριαρχικό σύστημα.

Βγείτε στους δρόμους μαζί μας!

Καταστρέψτε από θυμό, δημιουργήστε από αγάπη

26/6/2021, 14:00: Αφετηρία: Friedensstraße/Märchenbrunnen

Όπως πάντα, όχι εθνικές ή κομματικές σημαίες. Όχι πόλεμος. Όχι εξουσιαστικές ομάδες. Ευχαρίστως δυνατά πανό και πλακάτ, δυνατά συνθήματα, γκλίτερ και φασαρία.

 

// TURKISH VERSION //

Berlin Anarşist CSD 2021: Öfke ile yık, Aşk ile inşa et

Sizleri 26 Haziran Cumartesi günü gerçekleştireceğimiz eylemimize davet ediyoruz! Kapıları konformizme ve mücadelenin ticarileştirilmesine kapalı olan bu eylem, bize gelecekteki mücadelelerimiz için güç verecek!

İnsan onuruna ve adalete yönelik başarılı mücadeleler, iktidara ve tahakküme karşı yapılan ayaklanmaların ve başkaldırıların sonucudur. Christopher Street Day’in kökleri, 28 Haziran 1969 yılında siyahilerden, beyaz olmayanlardan, seks işçilerinden ve translardan oluşan bir grup insanın, polisin ırkçı, homofobik ve transfobik saldırılarına karşı yönelttiği spontan bir ayaklanmaya dayanır. Bu başkaldırıyı, New York’taki Christopher Caddesi’nde gerçekleşen, insanların pek çok yerde bir araya gelip sokakları ele geçirdiği üç günlük bir isyan takip etmiştir.

Direniş, Covid-19 salgını sürecinde güncelliğinden hiçbir bir şey yitirmedi! Sağcıların ve Corona inkarcılarının onu ele geçirmesine izin veremeyiz. Corona, toplumsal çelişkileri keskinleştiren bir büyüteç işlevi görüyor: Büyük şirketlerin kasaları dolmaya devam ederken gittikçe daha fazla sayıda insan yoksulluğa ve güvencesizliğe itiliyor. Toplumsal kontrol ve gözetim yaygınlaşırken yeni sömürü biçimleri ortaya çıkıyor. Bu duruma yönelik tepkiler ise Corona önlemleri bahanesiyle bastırılıyor. Ayrıcalıklılar bu süreçten kazançlı çıkarken halihazırda marjinalize edilmiş olanlar ise ellerindekileri yitiriyorlar. Toplumsal izolasyona ilişkin önlemler ile emeğin ve sorumluluğun sömürüsü herkesin durumunu daha da kötüleştiriyor. Bizler kendimizi kişisel olarak sınırlandırmaya itilirken emek gücümüz tümüyle istismar ediliyor. Herkes açık biçimde görüyor: Bu sürecin önceliği insanların refahı değil, kapitalist yapıların sekteye uğramadan varlığını sürdürmesi. Her birimiz şunun ayırtında olmalıyız:

Dünyada hala baskıya uğrayan tek bir kişi bile varsa, sen de özgür değilsin!

Queer bireylere yönelik baskı sadece sokaklarda vuku bulmuyor! Pandemiden önce de queer’lere yönelik düşmanca saldırılar yapılıyordu. Bu durum, devlet tarafından dikte edilen pandemi kısıtlamaları nedeniyle daha da perçinlendi! Kişilerin toplumsal konumuna bağlı olarak, toplumsal cinsiyet ve/veya yönelimden kaynaklanan şiddet ve ayrımcılık, hem özel hem de kamusal alanlarda daha da keskinleşti. Aynı zamanda, mülk sahiplerinin çıkarlarını gözeten barınma politikaları nedeniyle insanların sığınabilecekleri mekanların sayısı da git gide azalıyor. İş yerlerinde pek çok kişi kurulu düzene uyum göstermeye zorlanıyor.

Saldırıya, baskıya ve sömürüye maruz kalanlarla dayanışmamızı ortaya koyduğumuz bu eylemde siz de yer alın! ACSD 2021 eylemimizi, yakın zamanda queer bireylere yönelik saldırılara mekan olan Volkspark Firedrichshain’da başlatıyoruz. Bu şiddet eylemlerine ek olarak, devletin de gücünü arkasına alan sermaye, insanlar arasındaki dışlanmaları ve atomizasyonu körüklüyor. Sermaye, bir yandan da soylulaştırma politikaları doğrultusunda konutları mülk rejiminin ve spekülasyonun malzemesi haline getirerek insanlara karşı bir savaş başlatıyor. Artık barınacağı bir mekanı karşılayamayacak hale gelen, ekonomik olarak marjinalize edilmiş insanlar bundan özellikle etkileniyor. Bu savaşın sistematik olarak yöneldiği hedefler arasında, Potse gençlik merkezi gibi kendi kendini idare eden yapı ve mekanlar ya da L34 barınma projesi gibi direniş gedikleri de bulunuyor. Şu an neo-liberal demokrasinin yeniden inşa edilip güncelleştirilmesine tanık oluyoruz ve bu düzenekte, temel haklarımız bizlere birer ayrıcalık olarak satılıyor. Burada, artık barınacak bir mekanı karşılayamayan, evinden atılma tehlikesi ile baş başa kalan herkese ve tehdit altında bulunan otonom ve radikal solcu projelere dayanışmamızı sunuyoruz. Bu nedenle eylemimizin rotası bir kısmı sadece birer anı haline gelmiş olan, bir kısmı da hala yaşayan ve mücadele veren bu tür mekanlara uğrayacak biçimde Friedrichshain’dan Kreuzberg’e uzanıyor.

Bizler Anarşist CSD’nin, kendi kaderini tayin edebilmek amacıyla anti-otoriter bir mücadele yürütmek isteyen herkesin sesini duyurabileceği bir mekan olmasını istiyoruz. Hedefimizi dayanışmayı, üstünlük fikrinden, kolonyalist, ataerkil ve milliyetçi ideolojilerden uzak biçimde desteklemek ve yaşamak.

Nasıl etiketlendiğinizin, kendinizi nasıl tanımladığınızın, gün içinde hangi iktidar ve tahakküm ilişkilerine maruz kalmaya zorlandığınızın, pasaportunuzda Almanya’nın mı yoksa başka bir ülkenin mi damgasının olduğunun ya da bir pasaporta sahip olup olmadığınızın hiçbir önemi yok! Hangi toplumsal cinsiyet kimliğine, hangi ten rengine, hangi dış görünüşe sahip olduğunuzun bir önemi yok! Engelli olabilirsiniz, göçmenleştirilmiş olabilirsiniz, Yahudi ya da Müslüman olabilir ya da bu şekilde algılanıyor olabilirsiniz, Arapça, İbranice veya her ikisini birden konuşuyor olabilirsiniz. Ne olursa olsun haydi devletlere, seçkinlere ve hükumetlere karşı hep beraber ortak, kesişimsel ve sınırsız bir mücadele için bir araya gelelim!

Bizler, bu hedefleri ve değerleri benimsemiş tüm queer bireyleri eylemimize katılmaya ve bu kapitalist, ırkçı, kolonyalist ve ataerkil sistemin baskısına karşı mücadele yürütmeye davet ediyoruz.

Bizimle beraber sokaklara akın!

Öfke ile yıkın, aşk ile inşa edin.

26.6.2021, 14:00 – Başlangıç Noktası: Friedenstraße/Märchenbrunnen

Her zamanki gibi kapılarımız parti ve devlet bayraklarına, savaşa ve otoritaryen gruplara kapalıdır. Vurucu afişler, semboller, yüksek sesli sloganlar, ışıltı ve taşkınlık içinse her zaman yer vardır.

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SAVE THE DATE 26. Juni 2021 ACSD

Der Anarchistische CSD 2021 findet am 26. Juni 2021 statt. Details folgen noch!

The Anarchist CSD 2021 will take place on June 26th 2021. Details will follow soon!

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Einladung zur Vorbereitung des ACSD 2021 // Invitation for the preparation of the ACSD 2021

ENGLISH VERSION BELOW


Destruir desde la rabia construir desde el amor! // Aus Wut zerstören, aus Liebe aufbauen!!!


Meeting 9. Mai 2021, 15 Uhr am Rondell am Mariannenplatz,Queere Flaggen als Erkennung

Am 28. Juni 1969 beantwortete eine Gruppe von queeren schwarzen Menschen und People of Colour, Sexarbeiter*innen und trans Personen mit ihren Freund*innen die wiederkehrenden rassistischen und homo-/transfeindlichen Übergriffe der Polizei spontan mit einem dreitägigen Aufstand in der Christopher Street in New York. Weitere Proteste trugen dazu bei, dass sich vielerorts Menschen zusammenschlossen und auf die Straße gingen. Das führt zu dem, was heute als Christopher Street Day bekannt ist.

Das erfolgreiche Erkämpfen von Würde und Gerechtigkeit ist immer das Ergebnis von Revolten und Aufständen gegen das herrschende System. Widerstand ist weiterhin relevant in der Covid-19-Pandemie: Corona wird gerade benutzt, um die soziale Kontrolle zu verstärken, neue Ausbeutungsformen zu etablieren und die Kluft zwischen Reichen und Armen, Privilegierten und Marginalisierten zu vergrößern. Wir sollen uns persönlich einschränken, aber die Arbeitskraft soll weiterlaufen im Homeoffice oder im Pflegebereich.

Wenn noch ein Mensch auf der Welt unterdrückt ist, sind auch wir nicht frei. Menschen waren schon vor der Pandemie von queerfeindlichen von Angriffen betroffen. Diese Situation hat sich durch die sozialen Einschränkungen, die von den Staaten zur Kontrolle der Pandemie auferlegt wurden, für Queers je nach sozialer Position unterschiedlich verschärft. Gewalt und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der Begehrensweise sind in der Familie, auf der Straße und am Arbeitsplatz nehmen zu. Hinzu kommt der Krieg, den das Kapital durch den Staat zugunsten einer Politik führt, die Gentrifizierung und Immobilienspekulation
begünstigt. Dieser richtet sich systematisch gegen selbstverwaltete Räume und Strukturen, ihre Sichtbarkeit, ihren Widerstand, ihre Existenz.

Wir erleben den Umbau und die Modernisierung der neoliberalen Demokratie, in der uns Grundrechte als uns Privilegien verkaufen werden. Wir wollen, dass der Anarchistische CSD ein Raum ist, in dem unterschiedliche Stimmen hörbar werden, die einen antiautoritären Kampf für Selbstbestimmung führen wollen. Es geht um Unterstützung und gelebte Solidarität, frei von Überlegenheitsdenken, kolonialistischen, patriarchalen und nationalistischen Ideologien.

Egal von welchen Zuschreibungen Ihr betroffen seid, gegen welche Macht und Herrschaftsverhältnisse Ihr Euch täglich behaupten müßt: wenn Ihr mit unseren Inhalten und Zielen einverstanden seid, seid ihr willkommen! Egal ob ihr einen deutschen Pass habt, einen anderen oder keinen! Egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welches Aussehen! Ob ihr migrantische Wurzeln habt, ob ihr jüdisch seid oder muslimisch, ob ihr arabisch sprecht oder hebräisch oder beides – ihr seid verdammt nochmal alle willkommen! Wir freuen uns sehr auf Euch.

Wir laden alle Queers ein, die sich mit diesen Zielen und Werten identifizieren, mit uns zu demonstrieren und sich dem Kampf gegen die Unterdrückung durch dieses kapitalistische und patriarchale System anzuschließen.

Meeting May 9th, 15 Uhr, Mariannenplatz Rondell, Flaggen als Erkennung

https://acsd20.noblogs.org/

PDF-Flyer Deutsch

PDF Flyer English

ENGLISH VERSION


Destruir desde la rabia construir desde el amor! // Aus Wut zerstören, aus Liebe aufbauen!!!



Meeting May 9th, 3pm, Mariannenplatz Rondell, flags as recognition


On 28 June 1969, a group of queer Black and people of colour, sex workers and trans people and their friends spontaneously responded to recurring racist and homo/transphobic attacks by police with a three-day riot on Christopher Street in New York. Other protests contributed to people uniting and taking to the streets in many different places. This led to what is now known as Christopher Street Day.


The successful struggle for dignity and justice is always the result of revolts and uprisings against the ruling system. Resistance continues to be relevant during the Covid 19 pandemic: Corona is just being used to increase social control, establish new forms of exploitation, and widen the gap between rich and poor, privileged and marginalised. We are supposed to restrict ourselves personally, but the labour force is supposed to keep running in the home office or in the care sector.


If one more person in the world is oppressed, we are not free either. People were affected by queer-hostile attacks even before the pandemic. This situation has been exacerbated differently for queers depending on their social position, due to the social restrictions imposed by states to control the pandemic. Violence and discrimination based on gender or sexual orientation are on the rise in the family, on the streets and in the workplace. In
addition, there is the war waged by capital through the state in favour of policies that enable gentrification and real estate speculation. This is systematically directed against self-managed spaces and structures, their visibility, their resistance, their existence. We are witnessing the reconstruction and modernisation of neoliberal democracy, in which basic rights are sold to us as privileges. We want the Anarchist CSD to be a space where different voices can be heard, which want to leadan anti-authoritarian struggle for self-determination. It is about support and lived solidarity free from superiority thinking, colonialist, patriarchal and nationalist ideologies.


No matter what labels you are affected by what power and domination relations you have to stand up against every day: if you agree with our content and goals, you are welcome! No matter whether you have a German passport, another passport or none at all! No matter what gender, what skin colour, what appearance! Whether you have migrant roots, whether you are Jewish or Muslim, whether you speak Arabic or Hebrew or both – you are all damn welcome! We are very much looking forward to seeing you.


We invite all queers who identify with these goals and values to demonstrate with us and join the struggle against the oppression of this capitalist and patriarchal system.


Meeting May 9th, 3pm, Mariannenplatz Rondell, flags as recognition


https://acsd20.noblogs.org/


PDF-Flyer Deutsch


PDF Flyer English

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2021 Vorfrühlings-Maskenball // Pre-Spring reception 2021

ENGLISH VERSION BELOW

Samstag 6.3.2021 von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr mit Beiträgen & Musik

Vor dem Bethanien auf dem Mariannenplatz (Berlin)

Queer-anarchistischer Vorfrühlings-Maskenball

Der erste queer-anarchistische Maskenball im Januar hat gezeigt, dass viele Queers Orte zum Austausch genauso vermissen wie die Möglichkeit, mit anderen Musik zu hören und sich zu treffen. Viele haben das Open-Mic genutzt, um zu erzählen, wie es ihnen in der Pandemie geht und an welchen Zuständen sie Kritik haben.
Deshalb machen wir eine weitere feine, queere Kundgebung am 6.3. ab 13 Uhr, wieder am Mariannenplatz. Niemand soll sich anstecken, das Virus und seine Mutationen nehmen wir ernst. Dennoch können wir uns nicht nicht organisieren. Also tragt bitte wieder Masken, wir werden wieder Abstandsblasen aufmalen, Kreide bereithalten für weitere Markierungen und Stühle.

Stay home, stay healthy – das ist leicht gesagt für Leute mit entsprechenden Ressourcen. Die Pandemie und die damit einhergehenden staatlichen Maßnahmen haben soziale Unterschiede noch größer gemacht.

Alte, einsame, kranke, geflüchtete Menschen, Menschen im Knast, Menschen die ableistisch diskriminiert werden und Wohnungslose trifft die Pandemie besonders hart.
Das Zuhause bedeutet für viele nicht unbedingt einen sicheren Ort: Häusliche Gewalt hat zugenommen. Viele haben gar kein Zuhause, in das sie sich zurück ziehen können (Menschen in Sammelunterkünften, in Psychiatrien, Knästen oder in Pflegeheimen, etc.). Sie können sich schwerer schützen und werden oft allein gelassen.
Für Menschen, die sich nicht in heteronormativen Zusammenhängen bewegen, die z.B. Sexualität nicht in einer (heterosexuellen) Zweierbeziehung leben, ist das Leben mitunter komplizierter und einsamer geworden. Sich draußen zu treffen ist oft die einzige Möglichkeit, unter den momentanen Bedingungen sozial nicht zu vereinsamen. Und manchmal geht noch nicht einmal das, wenn Personen zusätzlich zu Risikogruppen gehören.
Dazu kommt, dass sozial marginalisierte Personen häufiger von ökonomischen Einbußen betroffen sind als andere. BIPoC´s, Frauen und Queers arbeiten oft in prekären Beschäftigungen, bzw. im Dienstleistungssektor und sind stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Hartz 4-Empfänger*innen und Wohnungslose haben jetzt noch weniger als vorher, da viele soziale Einrichtungen und Schulen schließen mussten und so oft das regelmäßige Essen wegbricht.
Vereinzelung und Depressionen nehmen zu. Beratungsstellen können sich vor Anfragen nicht retten und bieten gerade weniger Beratung an.

Viele sind wütend und frustriert. Viele wissen oft nicht, was sie gegen all diese Dinge tun können. Viele würden gerne unsere Community-Räume aufsuchen, um sich auszutauschen und um Gemeinschaft zu leben. Aber diese Räume sind gerade geschlossen oder geräumt. Wir würden uns gerne weiter vernetzen und unsere Wut auf die gesellschaftlichen Zustände rauslassen. Dafür nutzen wir diese Kundgebung. Wir nutzen sie auch als einen Ort, an dem wir uns aneinander freuen – mit sicherem Abstand, aber gemeinsam. Wir wollen unsere Gedanken miteinander teilen:

Was macht das Virus mit uns, bzw. die Verordnungen dazu?
Welche Beschränkungen machen uns zu schaffen?
Wie verhalten sich Freund*innen? Welchen Stress gibt es in den Wohnkollektiven?
Wie gehen wir mit der Digitalisierung von zwischenmenschlichen Kontakten und der damit einhergehenden Vereinzelung um?
Wie verstehen wir Solidarität in Zeiten von Corona?
Wie erleben wir Corona und die Verordnungen als queere Personen?
Wie sieht es mit dem eh schon prekären Lebensunterhalt aus, der bei vielen weggebrochen ist?
Wie kann eine politische Praxis aussehen, die die Pandemie und deren Gefahren ernst nimmt, aber handlungsfähig bleibt im Hinblick auf Kritik an staatlichen Maßnahmen?
Wie können wir solidarisch sein – welche Widersprüche ergeben sich?
Wie können wir uns in diesen Zeiten intersektional vernetzen und für ein gutes Leben für alle kämpfen? Und was kann das überhaupt aus queer-anarchistischer Perspektive bedeuten?

Überlegt euch kleine Beiträge zum Thema. Kurz. Knackig. Short and sweet. Nur Mut. Jede kleine Geschichte ergibt ein Puzzlestück, wie unser Leben sich gerade inmitten dieser Pandemie abspielt. Jedes Puzzlestück ergänzt ein Bild von unserer Situation und durchbricht die Isolation. Das ist für sich schon ein politischer Akt.
Das Mikrophon ist politisch moderiert. Das heißt, wenn wer Sachen sagt, die gegen den Charakter der Kundgebung gerichtet sind, intervenieren wir. Aber davon wollen wir nur im äußersten Fall Gebrauch machen.

Hinweis zur Zugänglichkeit: Das Rondell auf dem Mariannenplatz hat drei breite Stufen, ansonsten ist das Gelände von Muskauerstraße aus (kleine Steigung) und Waldemarstraße aus rollibefahrbar und gepflastert. Es gibt dort leider kein Klo mehr. Wir haben eine kleine Anzahl Stühle, die zur Rast genutzt werden können.
Wer nicht kommen kann, aber etwas zu sagen hat, kann uns einen Text schicken, den wir verlesen (1 DinA 4-Seite, ca. 3 Minuten).

Ansonsten: achtet aufeinander, haltet Abstand, tragt schöne Masken, tanzt und lasst es glitzern!

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English version

Saturday 6.3.2021 13.00-16.00 with speeches and music

In front of Bethanien at Mariannenplatz (Berlin)

Queer-anarchist pre-spring masked ball

The first queer-anarchist mask ball in January showed that many queers miss places to exchange as much as the possibility to listen to music with others and to meet. Many used the open-mic to talk about how they feel about the pandemic and which conditions they criticize.
That’s why we’re organising another nice queer rally on 6 March starting at 1 pm again at Mariannenplatz. Nobody should get infected; we take the virus and its mutations seriously. Nevertheless, we cannot not organise. So please wear masks again, we will paint distance bubbles again and have chalk ready for more markings and chairs.

Stay home, stay healthy – that’s easy to say for people who have the resources. The pandemic and the consequent government measures have made social differences even greater.

The old, lonely, sick, refugees, people in prison, people who are discriminated against and homeless people are hit particularly hard by the pandemic.
For many, home does not necessarily mean a safe place: Domestic violence has increased. Many have no home to retreat to (people in collective accommodation, psychiatric hospitals, prisons, nursing homes, etc.). It is harder for them to protect themselves and they are often left alone.
For people who do not socialize within heteronormative contexts, who do not live sexuality in a (heterosexual) monogamous relationship, for example, life has sometimes become more complicated and lonelier. Meeting outside is often the only way to avoid social loneliness under the current conditions. And sometimes even that is not possible if people also belong to risk groups.
In addition, socially marginalised people are more often affected by economic losses than others. BIPoCs, women and queers often work in precarious jobs or in the service sector and are more affected by unemployment. Welfare and unemployment benefit recipients and homeless people now have even less than before, as many social institutions and schools have had to close, and so regular meals are often cut off.
Isolation and depression are on the rise. Counselling centres are overwhelmed by requests and offer less counselling.

Many are angry and frustrated. Many often don’t know what they can do about all these things. Many would like to go to our community spaces to exchange ideas and to live in community. But these spaces are closed right now or have been evicted. We would like to continue to network and let out our anger at the social conditions. That is why we are organising this rally. We also use it as a place to enjoy time with each other – at a safe distance, but together. We want to share our thoughts with each other:

– What does the virus do to us, or the regulations about it?
– What restrictions are we facing?
– How do friends behave? What stress is there in the housing collectives?
– How do we deal with the digitalisation of interpersonal contacts and the resulting isolation?
– How do we understand solidarity in times of Corona?
– How do we experience Corona and the ordinances as queer people?
– What about the already precarious livelihood that has broken away for many?
– What can a political practice that takes the pandemic and its dangers seriously, but at the same time remains capable of criticism of state measures look like?
– How can we be in solidarity – what kind of contradictions arise?
– How can we network intersectionally in these times and fight for a good life for all? And what can that even mean from a queer anarchist perspective?

Think about small contributions to the topic. Short and sweet. Go for it. Each little story adds a piece to the puzzle of how our lives are playing out right now amid this pandemic. Each piece of the puzzle adds to a picture of our situation and breaks the isolation. That in itself is a political act.
The microphone is politically moderated. That means that if someone says things that are against the character of the rally, we’ll intervene. But we only want to make use of this in extreme cases.

Note on accessibility: The roundabout on Mariannenplatz has three wide steps, otherwise the area is wheelchair-accessible and paved from Muskauerstraße (small incline) and Waldemarstraße. Unfortunately, there is no toilet there anymore. We have a small number of chairs that can be used for resting.
If you can’t come but have something to say, you can send us a text which we will read out (1 DinA 4 page, approx. 3 minutes).

Otherwise: look out for each other, keep your distance, wear nice masks, dance, and let it glitter!

Posted in General.


Auswertung Anarchistischer Christopher Street Day 2020 Berlin / Statement Anarchist Queer March 2020 Berlin Feedbacks

22.Januar 2021

English version below or here: Evaluation ACSD 2020

En Español: Evaluation ACSD 2020

italiano qui sotto o qui il testo da scaricare: Valutazione ACSD 2020 (nuovo)

Please help us with arabic, turkish or french translation

ÖFFENTLICHE AUSWERTUNG Anarchistischer CSD 2020:

Mit kleiner Flaggenkunde für Unkundige

Emancipate, liberate, cooperate – gegen jeden Krieg, gegen jede Herrschaft und ohne Nationalfahnen!

Lasst uns nicht vergessen: Stonewall war ein spontaner militanter Aufstand von Menschen verschiedener Hautfarben und Herkunft, von Sexworker*innen und Unterdrückten.

Rückblick und Auswertung des ACSD 2020 in Berlin

Die Orga-Gruppe: Wir sind eine sehr kleine Gruppe und dabei alles andere als homogen. Wir vereinen unterschiedliche Perspektiven, Identitäten, Erfahrungen und Standpunkte miteinander. Wir haben uns für den ACSD 2020 zusammengefunden und sind gerade dabei uns als Gruppe zu formieren und gemeinsame Standpunkte auszuhandeln. Dabei gehen wir einen Schritt nach dem anderen, auch wenn es uns manchmal schwerfällt zu akzeptieren, dass dies ein langsamer Prozess ist. Dennoch sind wir froh, dass wir den ACSD 2020 gewagt haben und möchten euch hiermit an unserer Nachbereitung teilhaben lassen.

1. Ablauf und Eindrücke

Der anarchistische CSD fand am Samstag 25.07.2020 statt und startete um 18 Uhr am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Die Sonne schien. Anders als der kommerzielle CSD brachten wir unseren Protest auf die Straße. Auch wenn die Corona-Einschränkungen das Ganze schwieriger machten, formierten über 1000 Leute mit anarchistischer Vermummung die Demo. Wir wollten auf soziale „Abstände“ statt auf „Hygieneabstände“ aufmerksam machen. Die sozialen Abstände wollten wir mit der Demo überwinden und gemeinsam ein starkes Zeichen des Widerstands gegen die Grenzziehungen zwischen Menschen setzen. Denn die Grenzen sind schon lange vorher von den Herrschenden gezogen worden und werden mit Gewalt aufrecht erhalten. Wir kritisierten den Umgang der Herrschenden im Rahmen der Corona-Pandemie: Die Fokussierung auf die Hetero-Familie als Kern der Gesellschaft und die Ignoranz gegenüber queeren Bedürfnissen und kollektiven Lebensweisen. Wir hatten dazu auch zwei Fragen für unser Offenes Mikrofon vorbereitet, welches wir an zwei Stellen während der Demo machen wollten, um auch anderen die Möglichkeit zu geben zu sprechen. Die Fragen waren: „Wie gehen wir mit Corona um?“ und „Wie gehen wir in der linken, queeren Szene mit Konflikten um?“. Die erste Frage ergibt sich aus der aktuellen Situation und die zweite Frage aus der Beobachtung, dass es immer wieder Konflikte gibt und diese viel zu selten produktive Lösungen finden.

Wir wurden während der Vorbereitung zum ACSD 2020 immer wieder auf den letztjährigen „Radical Queer March“ angesprochen und gefragt, wie wir mit „antideutschen“ bzw. Pro-Israel- und Pro-Palästina-Gruppen umzugehen gedenken im Fall von Störungen. Wir hatten mit der Orga des „Radical Queer March“ nichts zu tun, aber wir hatten klar, dass wir uns nicht die Demo kaputt machen lassen werden. Von daher haben wir im Vorfeld und am Anfang der Demo durchgesagt, dass wir bei jeglichen Konflikten ggf. den Demozug stoppen und die jeweiligen Dinge klären. Eine Intervention durch die Bullen waren wir ebenfalls nicht bereit zu akzeptieren. Falls Leute mit Flaggen auftauchen, würden wir das Gespräch suchen; der ACSD sollte keine Spielwiese für nationale Flaggen-Ernas*Heinis werden. Den Rest waren wir bereit, auf uns zukommen zu lassen. In Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit blieb uns auch nicht viel anderes übrig.

Leider haben wir vieles nicht organisiert bekommen, was wir uns gewünscht und angedacht hatten. Wir nahmen im Vorfeld mit diversen queeren Gruppen Kontakt auf, mit Queers aus der BIPoC-Szene (Black/Indigenous/People of Color), mit türkischen und arabischen Queers, mit der „Behindert & Verrückt Feiern Pride“, wir haben sie eingeladen sich zu beteiligen. Aber uns fehlte die Zeit, um tragfähige Bündnisse und Allianzen aufzubauen. Wir hätten uns vor allem eine stärkere Einbindung von queeren Gruppen mit einer BIPoC-Perspektive gewünscht und finden es schade, dass wir es für diesen ACSD nicht geschafft haben, Bündnisse aufzubauen. Wir haben uns mit einigen Leuten von Bloque Latinoamericano getroffen und wir haben unsere jeweiligen Positionen dargelegt (an alle Danke für die Beratung und den Austausch!). Wir wissen, dass da noch Luft nach oben ist. Wir wollten den ACSD dennoch nicht unversucht lassen.

Wir sind auch sehr dankbar für den wertvollen Input und die Zusammenarbeit mit dem Mad- & Disability Pride Bündnis und müssen hier selbstkritisch anmerken, dass wir es in der Kürze der Zeit nicht geschafft haben, die Demo so barrierefrei zu gestalten, wie wir es uns gewünscht haben. Angedacht waren u.a. ein Ruhewagen, eine Übersetzung in deutsche Gebärdensprache und eine bessere Infrastruktur für Personen mit Rollstuhl. All das erforderte Zeit und finanzielle Mittel, die wir leider für diese Demo nicht hatten.

Was uns auch gefehlt hat war eine funktionierende Funkstrecke mit mehreren Mikros, ein paar DJ*s und weniger imperiale Musik, mehr Übersetzungen, eine eingehendere Vorbereitung des Awareness-Teams im Vorfeld (umso mehr: Danke, Leute!)… Wir sehen all dies als Möglichkeiten, wie wir den ACSD 2021 noch besser gestalten können. Im Zuge der Nachbereitung fangen wir gerade an darüber zu sprechen, wie wir den kommenden ACSD gestalten wollen.

Der Auftakt

Nach Erläuterung des anarchistischen Vermummungsgebots und einem kurzen Auftakt zog die Demo zuerst Richtung Hermannplatz. Da wir eine sehr kleine Vorbereitungsgruppe waren, mussten noch verschiedene Aufgaben an Freiwillige verteilt werden. Unser Banner „Liberate, Emancipate, Cooperate: Queer Anarchist CSD“ wurde gleich von vielen tollen Menschen getragen und bildete den Kopf des Zugs. Weiter hinten gab es dann jede Menge weiterer Banner und Fahnen. Über den Lauti gaben wir noch einmal bekannt, dass auf der Demo keine Partei- und Nationalflaggen oder -banner erwünscht sind, weil wir gegen jede Form von Nationalstaatlichkeit, Staatlichkeit und gegen Krieg eintreten. Die vorgesehene Route sollte uns durch Kreuzberg und Neukölln führen, vorbei an den Orten, wo die Herrschenden einerseits Migrant*innen und finanziell benachteiligte Menschen verdrängen und stigmatisieren und auch die letzten Reste von Freiraum und Selbstbestimmung abwürgen wie das bereits geräumte Syndikat.

Vom Hermannplatz über die Sonnenallee

Bei Einfahrt auf den Hermannplatz trugen wir unseren lautstarken Protest gegen Gentrifizierung und die Pläne des Fascho-Karstadt-Milliardärs Benko vor die Karstadt-Filiale. Außerdem wiesen wir auf die Rolle des ehemaligen Kriegsaußenministers der Grünen Joschka Fischer hin. Dieser betreibt sogenanntes Greenwashing, um das Projekt des FPÖ-Anhängers Benko salonfähig zu machen. Dann wurden zwei Reden gegen die Doppelmoral gegenüber cis-weiblichen und cis-männlichen Brüsten gehalten. Der andere Beitrag mit einer grundsätzlichen Position kam von uns als Orgagruppe (siehe Webseite). Als der Rattenchor anstimmte, ging die Stimmung durch die Decke. Liebster Rattenchor, es war großartig und hat der Demo einen super Drive gegeben!

Immer mehr Leute kamen zur Demo. Wir zogen weiter auf die Sonnenallee. Die Sonnenallee ist einer der Orte mit homofeindlichen, transfeindlichen, rassistischen und faschistischen Attacken auf queere und migrantisierte Menschen. Deshalb war es uns wichtig, gegen patriarchale Strukturen, Unterdrückung, kapitalistische Ausbeutung, Rassismus, Fundamentalismus, Bullenattacken, faschistische Angriffe und Mackertum Präsenz zu zeigen.

Im Vorfeld zur Demo haben wir uns deshalb mit einigen Gruppen aus dem Kiez in Verbindung gesetzt, um von aktuellen Kämpfen und Widersprüchen zu erfahren und uns auf geeignete Weite solidarisch zeigen zu können. Die Bedingungen des Kiezes sind unser aller Bedingungen! Es war gut, dass engagierte Mitstreiter*innen unsere Redebeiträge ins Türkische und Arabische übersetzten.

Danke dafür!

 

 

Die Demo zog weiter die Sonnenallee runter. Etwa 200 Meter vor der Bäckerei Damaskus, an der wir den nächsten Redebeitrag geben wollten, kam die Demo zum Stehen. Es hatte quasi gleichzeitig zwei unterschiedliche Angriffe auf die Demo gegeben. Am Ende des Demozugs kam es zu einem transfeindlichen Angriff, nachdem in eine sexistische Situation aus der Demo heraus eingegriffen wurde. Wie wir vorab als Verhaltensweise bei solchen Vorfällen vorgeschlagen hatten, blieben die Umstehenden stehen, bis die Sache geklärt war. Vorne lief die Demo noch eine ganze Weile weiter, bis die Info von hinten auch vorne angekommen war. Zeitgleich wurden Moderation, Lauti-Fahrende, Radengel und weitere Personen von einer Demoteilnehmenden und einer kleinen Gruppe ihrer Anhänger*innen teilweise sehr aggressiv im vorderen Teil der Demo angeschrien und in Beschlag genommen. Das war insbesondere ungünstig, als der Redebeitrag mitsamt Übersetzung vor der Bäckerei Damaskus lief, die vor einigen Wochen Ziel eines faschistischen Angriffes geworden war. Leider ist es uns in der Kürze der Vorbereitungszeit nicht mehr möglich gewesen, die Bäckerei Damaskus selbst mit einzubeziehen und zu fragen, ob sie selbst auch einen Redebeitrag halten wollen. Das hätten wir gerne inklusiver gestaltet. Der Beitrag war uns dennoch so wichtig, dass wir an Ort und Stelle auf die Angriffe auf die Bäckerei aufmerksam machen wollten.1

Diese unübersichtliche Situation mit mehreren Konflikten während eines Redebeitrags war für uns die heikelste wie auch stressigste Situation auf der Demo und wir widmen ihr unten einen gesonderten Abschnitt in unserer Auswertung.

Richtung Erkstraße, Flughafenstraße und zurück zum Hermannplatz und Abschluss

Der Zug bewegte sich weiter Richtung Erkstraße und Flughafenstraße. An der Ecke Karl-Marx-Straße erwartete uns ein Highlight mit Tuba, Saxophon und Trompete: Die queere BLASmusik-Kombo Transophonix spielte ein paar geile Lieder. Das war riesig, megadank! An der Ecke Hermannstraße gab es einen weiteren Redebeitrag gegen die schamlosen Taktiken der Investoren, Wohnraum zu kommerzialisieren. Und ein Mensch aus der Demo hielt spontan eine Rede, dass es wichtig ist, dass es den anarchistischen oder wie auch immer CSD gibt, weil viele queere Menschen von Mobbing auf dem Arbeitsplatz betroffen sind. Wir sendeten Grüße Richtung Syndikat, einer Berliner Kneipe, welche mittlerweile durch den rot-rot-grünen Senat mit 700 Bullen geräumt wurde…

Wir bogen in die Hermannstraße ein und die Demo zog zurück in Richtung Hermannplatz. Die Menschen waren super drauf. Der CSD hat seinen politischen Charakter zurückerhalten! Wir zeigten, dass wir da sind und gegen den Ausverkauf der Stadt und Unterdrückung eintreten. Mit dem Lied „Smalltownboy“ von Bronski Beat auf den Lippen liefen die 800 Leute die Hermannstraße herunter. Die Menschen auf der Demo feierten: Wir waren präsent, wir standen zusammen, wir zeigten Widerstand!

Leider konnten einige Redebeiträge wegen der Vorkommnisse auf der Sonnenallee nicht gehalten werden. Auch die geplanten Open-Mic-Runden mussten ausfallen und damit nicht zuletzt die wichtige Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir mit Konflikten in den linken Strukturen umgehen wollen. Gemäß unseres Mottos „Gegen jeden Krieg“ rufen wir dazu auf, die eskalative Impulse und Haltungen in unserer Szene zu überwinden.

Der Rattenchor und danach FaulenzA kamen ans Mikro… Da wurden die Bullen nochmal nervös, es war schon Viertel nach Zehn und der Rap-Text zeigte klare Kante gegen Bullen 😉 Fantastische Stimmung und ein tolles Ende eines geilen, perversen, sexuellen, warmen, liebevollen, radikalen und kämpferischen ACSD 2020.

2. Besondere Vorkommnisse

Im Folgenden wollen wir uns konkreter auf die Vorkommnisse beziehen, die gegen den Charakter des ACSD in Berlin gerichtet waren und von uns teilweise als Angriffe auf uns bzw. Übergriffe auf Personen erlebt worden sind. Wir möchten in dieser fokussierten Auswertung a) mit Euch teilen, was wir als An- und Übergriffe erlebt haben und b) damit eine Voraussetzung dafür schaffen, die Verantwortung für das Gelingen des zukünftigen ACSD 2021 auf mehrere Schultern zu verteilen, indem Transparenz über bestimmte Konfliktverhältnisse hergestellt wird. Wir wünschen uns eine Verantwortungsübernahme, die von politischen Strukturen getragen wird, die sich von der Idee eines anarchistischen CSD inspiriert fühlen oder sich als Teil davon sehen. Wir verstehen uns als ein emanzipatorisches Projekt: wir wollen einen offenen, anschlussfähigen CSD für Menschen, die auch auf der Suche nach einer herrschaftsfreien Gesellschaft sind und diese Perspektive mit anderen Queers teilen wollen. Wir glauben, dass wir in einem ACSD auch Kontroversen Raum geben können und sollten. Wir akzeptieren dabei allerdings keine doktrinären, keine übergriffigen, keine taktischen, keine identitären, keine ideologischen und poststalinistischen Vorgehensweisen gegen uns oder uns verbündete Gruppen und Personen.

Wir hatten uns erlaubt, im Vorfeld des ACSD einige Setzungen vorzunehmen, die uns inhaltlich wichtig sind und die den besonderen Charakter der Demo ausmachen: Als Anarchist*innen lehnen wir Nationalstaaten und ihre Symbole als positiven Bezugspunkt ab, wir wenden uns gegen Kriegslogiken und wir klären unsere Dinge selbst. Das bedeutet, dass wir den Wunsch der staatlichen Organe, in die Demo einzugreifen, so weit es geht in seine Schranken weisen und ggf. den Demozug anzuhalten und gemeinsam auftretende Störungssituationen zu klären.

In der Vergangenheit ist verschiedenen CSD-Gruppen der Israel-Palästina-Konflikt aufgezwungen worden, zuerst 2003 durch – in unserem Augen autoritäre – „Antideutsche“. Nach Provokation durch „Antideutsche“ eskalierte 2019 ein Konflikt mit BDS- bzw. Pro-Palästina-Gruppen auf dem Radical Queer March: Die Orga-Gruppe des Radical Queer March war völlig überrumpelt von der Dynamik vor und während der Demo, es kam zu einem Polizei-Einsatz gegen den BDS-Block und schlussendlich wurde die Demo abgebrochen. Die Demoleitung hat die Polizei nicht bestimmt genug aus der Demo verwiesen bzw. den Polizei-Einsatz in ihrer Überforderung toleriert. Ein Teil unserer Gruppe hatte einige Wochen zuvor den Libertären CSD organisiert und dabei klargestellt, dass Nationalfahnen dort nichts zu suchen haben. Daran haben sich die Teilnehmenden gehalten. Aber der libertäre CSD 2019 war auch nicht in den Fokus von Pro-Israel- oder Pro-Palästina-Gruppen geraten. Der Konflikt zwischen „Antideutschen“ und Pro-Palästina-Gruppen bzw. zwischen beiden und den jeweiligen Alternativ-CSD-Orga-Gruppen zieht sich wie ein Wurmfortsatz eines nie wirklich emanzipatorisch aufgelösten Widerspruches durch die gesamte Szene. Unserer Analyse nach geht es den von außen in die CSDs hinein agierenden Personen aber eben nicht um queere, emanzipatorische und solidarisch aufeinander bezogenen Kämpfe, sondern offenbar eher um Spaltung – jedes Jahr aufs Neue.

Wie oben schon erwähnt, gab es einen Tag vor der Demo ein von uns initiiertes Treffen mit einigen Personen, die zu Pro-Palästina-Gruppen zu zählen sind. Wir nahmen über verschiedene Kanäle und bereits Monate im Vorfeld mehrfach Kontakt zu Gruppen auf und luden sie ein (unter anderem zu der Gruppe QuARC, diese Kontaktaufnahme wurde allerdings nicht beantwortet). Von unserer Seite ging es bei dem Treffen darum, Offenheit für eine Beteiligung verschiedenster Perspektiven zu signalisieren und über eine eventuelle Zusammenarbeit zu reden. Konkret tauschten wir uns mit ihnen erst einmal über unterschiedliche Positionen aus und diskutierten Differenzen. Unsere Setzung, keine Nationalfahne mitbringen zu können, wurde als „Silencing“, also das Zum-Schweigen-Bringen von marginalisierten Gruppen und Befreiungsbewegungen durch Nutznießer*innen weißer2 Vormachtstellung interpretiert. Leute aus den anderen Gruppen bezogen sich positiv auf Bewegungen, die für ihre Befreiung kämpfen und sich dabei auf nationale Symboliken wie Fahnen stützen. Für uns sind diese aus anarchistischer Sicht vor allem auf Grund der Analyse nationaler Befreiungsbewegungen und der Herausbildung neuer patriarchaler und ökonomischer Herrschaftsverhältnisse politisch gerade kein positiver Bezugspunkt. Wir verabredeten, nach dem ACSD dieses Gespräch fortzuführen, z. B. in Hinblick auf gemeinsame und unterschiedliche Perspektiven und luden sie ein, einen Beitrag beispielsweise zu Palästina zu halten. Die Vertreter*in von QuARC erschien trotz erklärter Absicht leider nicht.

Auf der Demo fand sich dann jedenfalls von Beginn an ein kleines Pro-Palästina-Grüppchen, einige Mitglieder identifizierbar als zugehörig zu den Gruppen QuARC und BAP, mit Plakaten, auf denen zwar keine klassische Fahne der PLO/Palästinas zu sehen war, aber etwas, dass sich als queer-verfremdete Palästinafahne lesen lässt. Die Fahne ähnelt einerseits der noch recht neuen „Philly-Flagge“, die wie gehabt den Regenbogen abbildet, die an der rechten Seite aber auch ein Dreieck aus braunen und schwarzen Streifen (als Repräsentation der BIPoC Queers) sowie Streifen in den Transgenderfarben (blau, rosa, weiß) ziert. Vor allem aber durch die Farben und deren Anordnungen im Zentrum des Plakats haben viele dieses als einen beabsichtigten Bezug auf die palästinensische Fahne identifiziert. Zweimal suchten Leute von uns das Gespräch mit dieser Gruppe, die wir im

Progress Pride Flag

Die Progress (engl. Fortschritt) Flagge wurde 2017 von dem*r nichtbinären Grafikdesigner*in Daniel Quasar entworfen. Diese Variation der originalen Regenbogenflagge enthält auf der linken Seite einen Keil in Farben der Trans-Pride-Flagge und in braun und schwarz, den Farben der marginalisierten Communities. Dieser Keil, der in die Richtung, in die die Flagge schwingt, gerichtet ist, symbolisiert, dass noch viele Fortschritte vor uns liegen. Durch die Farben soll ein besonderes Augenmerk auf trans Menschen und Schwarze und andere Personen of Color gelegt werden. Außerdem soll der schwarze Streifen auch diejenigen repräsentieren, die mit AIDS und dem dazugehörigen Stigma leben oder daran gestorben sind.

weiteren Text „die eskalierende Gruppe“ nennen werden. Die Kontakt suchenden Personen wurden entweder angeschrien oder eine die Gruppe anscheinend anführende Person gab eine Art Befehl, nicht mit ihnen zu reden. Die Demo-Orga entschied kurzerhand, dass wir uns an den Bannern und der Gruppe nicht weiter abarbeiten wollten. Wir haben das für diese Demo hingenommen. Über den Lauti und mit unserem Jingle gaben wir aber wiederholt bekannt, dass auf der Demo keine parteilichen Nationalflaggen oder -banner erwünscht sind. Ein Ausschluss der Gruppe erfolgte zu keiner Zeit. Alles andere ist eine Lüge.

In der Nähe der Bäckerei Damaskus in der Sonnenallee wurden die Demo-Moderatösen und andere Orga-Beteiligte von Leuten aus der eskalierenden Gruppe plötzlich verbal attackiert, insbesondere durch permanentes Anschreien. Ein angemessener Umgang mit den zeitgleich stattfindenden transfeindlichen Attacken von Leuten auf der Straße auf einige arabische, queere Teilnehmer*innen im hinteren Teil der Demo wurde dadurch massiv erschwert. Es war der schwierigste Moment der Demo, alles zusammen zu halten, zumal auch noch der Redebeitrag vor der Konditorei Damaskus gehalten werden sollte (diese war Wochen zuvor von Nazis angegriffen worden). Aber nun hatten wir drei Konflikte gleichzeitig. Erstens: Den transfeindlichen Angriff am Ende der Demo.

Zweitens: Die eskalierende Gruppe rund um den Redebeitrag. Und Drittens: Plötzlich mussten wir die Cops in Schach halten, die wegen der schreienden Anführer*in der eskalierenden Gruppe auf den Plan getreten waren.3 Inhalt des Geschreis war der „Wunsch“ nach dem Mikrofon und der Vorwurf des Silencens.4

Flaggenkunde Teil 2

Die palästinensische Flagge ist die Flagge der Palästinensischen Autonomiegebiete (Westjordanland und Gazastreifen). Sie ist zugleich auch die Flagge des Staates Palästina. 1988 rief Jassir Arafat nach Beschluss des Palästinensischen Nationalrats in Algier den Staat Palästina aus, der jedoch bisher kein Mitglied der UNO wurde, obwohl ihn mittlerweile 137 UN-Mitgliedsstaaten anerkennen. In Israel ist die Flagge seit 1967 verboten, aber wird seit der Unterzeichnung des Oslo-Abkommens 1993 inoffiziell häufig geduldet.

Zudem beschimpfte sie die Teilnehmer*innen der Demo als Rassisten, ebenso die Moderation.5 Eine*r unserer Radengel wurde massiv angeschrien. Radengel können nicht einfach von ihrer Position weggehen und dem Anschreien ausweichen. Der Lauti wurde durch Blockade kurz am Weiterfahren gehindert. Neben den vielfältigen Beschimpfungen misgenderten sie die Moderation, auch nach einem entsprechenden Hinweis. Ständig filmten irgendwelche Leute aus der eskalierenden Gruppe ihre Anführer*in in Aktion und ungefragt auch andere Teilnehmer*innen – auch das wurde als eindeutig übergriffig wahrgenommen. Für uns gab es eigentlich keine Veranlassung, einem Menschen das Mikro auszuhändigen, die*der den eigenen Leuten das Sprechen mit uns verbietet und sich weigert, Widersprüche mit uns zu diskutieren. Obwohl die Anführenden der eskalierenden Gruppe sich der Demo als ganzes gegenüber verantwortungslos verhielten, signalisierten wir, dass wir das Mikrofon zur Verfügung stellen, wenn keine weiteren Beschimpfungen vorgenommen und sich an die vorgegeben Zeit von drei Minuten, die alle Redebeiträge haben sollten, gehalten wird. Wir haben uns trotz steigenden Zeitdrucks nicht zuletzt deshalb so entschieden, weil sie sich damit auch öffentlich einer Kritik der Demo-Teilnehmer*innen stellen konnten, denen wir politisch vertrauten und auch, weil wir Leute vor weiteren verbalen Attacken schützen wollten. Wir entschieden auch, den Redebeitrag zum faschistischen Angriff auf die Bäckerei Damaskus zuerst zu machen, denn wir waren nicht bereit uns die Demo aus der Hand nehmen zu lassen: Wir waren ja u.a. wegen der Thematisierung des Rassismus in der Gesellschaft durch die Sonnenallee gezogen… Wie angedeutet, mussten wir diesen Beitrag gegen die Eskalation von Leuten aus der genannten Gruppe durchsetzen und sie auffordern, mit ihrem Geschrei einen Meter von den Redner*innen wegzutreten. Das Stören eines Redebeitrags mit drei Übersetzungen, wie auch das Attackieren von Orga-Leuten, ließe sich problemlos als Sabotage der Demo begreifen. Als Leute aus der eskalierenden Gruppe dann sprachen, ging es weder um anarchistische Beiträge zu Palästina und Israel, noch um irgendeine Form eines politisch-queeren Bezugs zur Demo. Aufgrund der zeitintensiven Eskalationen konnten dann andere Beiträge nicht mehr gehalten werden: Redebeiträge gegen rassistische Gewalt vor der Polizeiwache in Neukölln und gegen die Räumung der Liebig 34, sowie zwei offene moderierte (!) Mikrofone – auch das ließe sich als Sabotage verstehen.

Im Nachhinein denken wir aber, dass es nicht um Sabotage an sich ging, sondern dass wir als Bühne für eine Inszenierung hergehalten haben und die Zielgruppe eine andere ist: Es darum ging, den filmenden Mitstreiter*innen und ihren Follower*innen auf Facebook (!) zu erzählen, man habe nun das Mikrofon „erkämpft“ und sich erfolgreich gegen das „Silencen“ gewehrt.

Und so sah dann der Mix auf dem Anarchistischen CSD aus: Palästinafahne und Progressfahne

Das Strickmuster der Inszenierung ist simpel: „Gute Freiheitskämpfer*innen gegen böse Kolonalisator*innen.“ Diese binäre Logik trifft nicht die Situation der Demonstration, berücksichtigt nicht unsere diverse Zusammensetzung als Orga und negiert den Charakter der Demo. Hier werden im Gegenteil Herrschaftsbilder reproduziert anstatt aufgelöst. Oder anders ausgedrückt: Wir glauben, dass so das herrschende rassistische Narrativ in kriegslogischer Weise eher fortgeschrieben wird, da wir so nicht in Austausch und Auseinandersetzung kommen. Wir verstehen sehr wohl, wenn Gruppen separatistische Politikformen wählen oder wählen müssen, weil sie sich weißen (männlichen, cis-geschlechtlichen, heterosexistischen etc.) Privilegienträger*innen nicht aussetzen wollen. Wir vermuten aber, dass der ganze Hass, mit dem wir angegriffen wurden, die logische Folge einer binären Denkweise ist, die keine Zwischentöne zulässt. Die Attacken auf dem ACSD fußten – anti-emanzipatorisch – auf einer Idee von einzig richtiger Positionierung und einem Freund-Feind-Denken. Sie werden damit weder uns als diverser Gruppe noch unserem Anliegen, sich gegen Rassismus aus unseren unterschiedlichen Perspektiven heraus zu positionieren – und um diese Positionierung auch immer wieder zu ringen – gerecht. Dass wir den Kontakt mit der eskalierenden Gruppe Monate zuvor gesucht haben, aber der Austausch mit uns verweigert wurde, spricht aus unserer Sicht Bände. Wir waren nur die Projektionsfläche für ihre Inszenierung am Tag des ACSDs.

Die Bilanz: Wir zweifeln hier erst einmal eine Zusammenarbeit mit kaderhaften Organisationen mit autoritärem Selbstverständnis an. Wenn Gruppen oder Personen ein derart taktisches Verhältnis zur Demo eingehen und versuchen, sie zu funktionalisieren, dann sind sie kein Teil davon, sondern verstehen sich als Angriff auf diese. Es ist auffällig, wenn solche Leute nicht mit eigenen Inhalten und Veranstaltungen nach außen auftreten, sondern sich auf andere Veranstaltungen stürzen. Es ist bequem, die Events anderer Gruppen anzugreifen. Wer den Charakter, die politische Ausrichtung, den Konsens, unter dem wir uns versammelt haben, sabotiert, wer sich Auseinandersetzungen entzieht und uns aber weiterhin angreift, ist nicht Teil unseres Kampfes und wird es so auch nicht.

Wir wollen eine Demo für alle Queers, egal welcher Hautfarbe, welchen Passes, welcher körperlichen Befähigungen, welcher sexuellen Vorlieben, welchen (Nicht-) Glaubens, welchen Alters sie auch sind. Und die einen anarchistischen Aufbruch wünschen, einen Schritt hin in eine herrschaftsfreie Gesellschaft und um diesen auch mit allen Widersprüchen ringen wollen. So einfach ist das eigentlich.

Wir verstehen dieses Statement als Beitrag zur Diskussion. Hiermit laden wir ein zur Diskussion.

Wir verbitten uns zukünftig jede weiteren Angriffe auf unsere Strukturen. Schützt anarchistische Strukturen! Soziale Revolution statt Krieg!

Wir danken allen Teilnehmer*innen für den Zuspruch und die Unterstützung für eine anarchistische Ausrichtung des CSD in Berlin.

Eure Orgagruppe vom Anarchistischen CSD 2020 in Berlin Webseite: https://acsd20.noblogs.org/

1In dem Beitrag ging es um die Stigmatisierung migrantisierter Anwohner*innen durch rassistische Polizeieinsätze, Durchsuchungen und die rassistische Aufbereitung durch einige Medien wie z. B. dem RBB. Es existiert ein Zusammenspiel dieser Stigmatisierungen mit den faschistischen Attacken auf syrische und türkische Läden. Es wurde auch auf die Zusammenarbeit zwischen Faschisten und Beamten der Polizei in Neukölln hingewiesen.

2Wir schreiben weiß hier kursiv und weisen damit auf den Konstruktionscharakter des Begriffes hin, d. h. der Begriff bezeichnet keine Hautfarbe, sondern eine ideologische Idee, eine gesellschaftlich verdeckte Struktur, an die Privilegien und ihre Aufrechterhaltung geknüpft sind. Oft wird weiß als Norm(alität) begriffen und bleibt unsichtbar bzw. unmarkiert, während alles andere und Abweichende benannt (und damit markiert) wird. Oft wird in rassismuskritischen Texten das Adjektiv „Schwarz“ groß geschrieben, um deutlich zu machen, dass es sich dabei um eine politische Kategorie handelt und nicht um eine Hautfarbe.

3Die ganze Situation war anspruchsvoll und wir haben auch in der Nachbereitung viel Energie in den Versuch der Klärung der Frage gesteckt, was eigentlich alles genau passiert war. Dieser Text ist also auch das Ergebnis der Recherchen, die wir angestellt haben, um euch die zeitlich verdichteten Ereignisse etwas genauer beschreiben zu können.

4Wir hatten ja zwei Open Mics angekündigt (die wir zeitbedingt dann ausfallen ließen, aber das haben wir erst später entschieden). Open Mics sind aber moderierte Mikrofone zu einem gemeinsamen Thema. Ein moderiertes Open Mic greift bei z. B. rassistischen, sexistischen oder anderen Äußerungen, die den Charakter der Demonstration massiv widersprechen, aktiv ein. Hier war die Idee des Open Mics offenbar gründlich falsch verstanden worden.

5Wir hatten über Lautsprecher gesagt, dass es in dieser Straße zu rassistischen, sexistischen und faschistischen Übergriffen gekommen ist und wiederholten das auch nochmal für die Leute mit kürzerer Erinnerungsdauer.

Flagge anarchistischer Tunten, Transen, Punx, & Queers ;-D*

EVALATION from Anarchist CSD 2020:

Emancipate, liberate, cooperate – against every war, against every domination and with no national flags!

Stonewall was a spontaneous militant riot by people of colour, immigrants, sex workers and the oppressed. Let us never forget that!

Review and evaluation of the ACSD 2020 in Berlin

The Orga-Group: We are a very small group and yet anything but homogeneous. We bring different perspectives, identities, experiences and points of view. We have come together for the ACSD 2020 and are in the process of forming a group and discussing common positions. We are taking one step at a time, even though we sometimes find it hard to accept that this is a slow process. Nevertheless, we are glad that we have ventured the ACSD 2020 and we would like to share our follow-up with you.

THE FULL TEXT HERE: Evaluation ACSD 2020

***

Emancipate, Liberate, Cooperate – contro ogni guerra, contro ogni dominazione e senza bandiere nazionali!

Non dimentichiamolo: Stonewall fu una rivolta spontanea e militante di persone nere e ispaniche, migranti, sex workers e altre persone emarginate.

Valutazione e analisi del ACSD 2020 di Berlino

Il gruppo organizzante: siamo un gruppo molto piccolo e decisamente non omogeneo. Insieme uniamo differenti prospettive, identità, esperienze e posizioni. Ci siamo trovat* per l’ACSD 2020 e ci stiamo ancora formando come gruppo e concordando posizioni comuni. Per questo andiamo a vanti un passo alla volta, anche se a volte ci è difficile accettare che sia un processo lungo. Nonostante ciò, siamo felici di aver ardito ad organizzare l’ACSD 2020 e con questo testo vogliamo farvi partecipare alla sua valutazione…

qui l’intero testo:  Valutazione ACSD 2020 (nuovo)


Alles Ab hier vom 15.8.2020

Vielen Dank an Alle die uns auf dem “Anarchistischen CSD” unterstützt haben und uns zur Seite standen! Wir danken für Euer Vertrauen auch in konflikthaften Situationen uns den Rücken gestärkt zu haben. Vielen Dank auch für die starken und positiven Rückmeldungen. Möglicherweise haben wir gute Grundsteine für einen anarchistischen CSD im Jahr 2021 gelegt.

Herzliche Grüsse

Many thanks to all who supported us on the Anarchist CSD and stood by us! We thank you for your confidence in having supported us even in conflictual situations. The site will remain active, the preparation group did an internal follow-up and if desired also a public one.

Warm regards!

PRESSEMITTEILUNG 23.7.2020: PM ACSD2

PRESSEMITTEILUNG 26.7.2020: PM ACSD 26Juli2020

 

REDEBEITRAG LIEBIG 34: Redebeitag Liebig34

SPEECH FROM ORGA-GROUP: Speech (revised 2)

REDEBEITRAG ORGA-GRUPPE: Speech_We cannot stay neutral_deutsch

REDEBEITRAG: Gorilla ENG – neu

REDEBEITRAG: Gorilla DEU – neu

 

FEEDBACK (only in german in the moment, sorry):

Schriftlich: “…ein feedback von meiner peergruppe: wir finden ihr habt das ganze als vorbereitungsgruppe echt gut hingekriegt! danke dafür!
und wir vom XX haben beschlossen euch 2 kisten sekt zu spendieren- wollt
ihr sie abholen?”

Schriftlich: “Liebes Orgateam, vielen herzlich Dank für Eure gute Vorbereitung (damit meine ich die Konflikte mit BDS), die tolle Durchführung, Moderation, ihr habt Euch viel Mühe gegeben, dass sich viele Menschen aufgehoben gefühlt haben. Ein toller Erfolg! Ich freue mich, dass eine explizit anarchistische Kultur so anschlussfähigkeit war (auch für Nichtanarchist_innen, !!!! DIe Richtung stimmte , möglicherweise kann das eine oder andere Thema noch angesprochen werden (z.B. Trans*jugendliche in Schulen), aber ich war sehr angetan und hatte viel Spaß.”

Schriftlich aus dem Umfeld vom dyke*march: “bei uns ist es sehr gut gelaufen und wir schwimmen noch auf der warmen Welle der Zufriedenheit…
Ich habe auch nur Gutes von eurer Veranstaltung gehört.
ich finde Vernetzten super und gebe euch sehr recht mit den verschiedenen Sichtbarkeiten.” (Die solidarische Abstimmung und Bezugnahme mit dem dyke*march möchten wir gerne nochmal hiermit dankend erwähnen)

Schriftlich: “…und dass der ACSD – egal, wer auch immer was anderes behauptet – ganz schön genial, wichtig und gut war. Ich will gerne nächstes Mal mithelfen, dass das Ding eine Kontinuität behält.”

Schriftlich: “…Me and my friends were all very glad to be there with everyone else together. Ich möchte alle, die ACSD organisiert haben, kennen lernen und euch allen danken. Eure Unterstützung und eure Position war großartig, und das haben wir sehr gespürt. (…) es war eine wichtige Demo. Danke euch!

WEITER UNTEN DER AUFRUF für den 25.7.2020 IN 6 SPRACHEN

Gehaltener REDEBEITRAG ZUM AUFTAKT  von Vorbereitungsgruppe:

“Toll dass ihr da seid!

Wir wollen etwas zum Charakter der Demo sagen. Wir wünschen uns, dass
alle hier mitlaufen oder –fahren können und sich willkommen fühlen. Und
dass Unterschiedlichkeiten respektiert bleiben.

Falls es dennoch einen Angriff auf die Demo geben sollte, stoppen wir.
Wenn es einen Angriff auf den Charakter der Demo gibt, also unseren
Konsens und unsere Bedingungen für die Demo berührt, stoppen wir
ebenfalls.

Das heißt zum Beispiel, dass wir bei einer Festnahme aus der Demo
heraus nicht weiter gehen würden. Wenn Nationalfahnen oder
kriegsbefürwortende Transparente gezeigt oder entsprechende Parolen
gerufen werden, gehen wir nicht weiter, bis wir das geklärt haben.

Wenn am Straßenrand Personen, ob Nazis, Fundamentalisten oder Sexisten
(was ja auch eh oft in eins fällt), pöbeln, uns attackieren, etc.,
verhalten wir uns ebenfalls solidarisch, geschlossen und entschlossen.

Das heißt, jeder Angriff auf den emanzipatorischen, offenen und queeren
Charakter der Demo wird gemeinsam beantwortet.

Wir bitten Euch, uns zu unterstützen, diesen offenen Raum
durchzusetzen, wenn nötig, und/oder mit queerkreativer Energie
zu bespielen.

Wir wiederholen nochmal: Wir wollen, dass alle Menschen, die mit diesen
Absichten einverstanden sind, hier willkommen bleiben und sich
wohlfühlen können, egal welcher Herkunft, welche Hautfarbe, welcher
Pass, welche sexuelle oder asexuelle Vorliebe, welches Alter, welcher
Körper etc.

Gegen jede Herrschaft! Gegen jeden Krieg!

Und nicht zu vergessen: Dies ist eine politische Demonstration, die auch
dazu dient, sich zu freuen, dass wir da sind.”

 

*ENGLISH*

“Glad you guys could make it.

We want to say something about the character of the demo. We wish that
everyone can run or ride here and feel welcome. And that differences are
respected.

If there should be an attack on the demo, we will stop. If there is an
attack on the character of the demo, that is, if it affects our
consensus and our conditions for the demo, we will also stop.

This means, for example, that if an arrest occurs within the demo, we
would not go any further. If national flags or banners in support of
wars are shown or corresponding slogans are shouted, we will not go any
further until we have clarified this.

If people, whether Nazis, fundamentalists or sexists (which often falls
into one anyway), harass or attack us, etc. at the roadside, we also act
in solidarity, united and determined.
That means, every attack on the emancipatory, open and queer character
of the demo will be answered together.

We ask you to support us in enforcing this open space, if necessary, or
to use queer creative energy.

We repeat again: We want all people who agree with these intentions to
stay welcome and feel comfortable here, no matter what origin, skin
colour, passport, sexual or asexual preference, age, body etc.

Not to forget: This is a political demonstration, which also serves to
rejoice that we are here.”

ROUTE

Die Route ging vom Kottbusser Tor zum Hermannplatz gehen, in die Sonnenallee und von dort die Erkstraße zum Rathaus Neukölln. Weiter die Flughafenstraße bis zur Hermannstrasse um dann am Hermannplatz mit Show und Tanzmusik zu enden.

DEMO-AUFRUF:

********** Deutsch, English, Turkish, Italian, Hebrew and Arabic version below ***********

Make queer revolution real:

Anarchistischer Christopher Street Day Berlin – ACSD 2020

Samstag, 25. Juli, 18:00 Kottbusser Tor

Eine warme, liebevolle, sexuelle, perverse, radikale und kämpferische Demo gegen jede Herrschaft und gegen jeden Krieg.

Stay diverse! Stay connected! Cover your faces!

Alle Colors, alle Geschlechter, alle (A)Sexualitäten, alle Körper, jedes Alter, alle (Nicht)Religionen sind willkommen!

Keine Nationalflaggen! Keine politischen Parteien! Keine Heteronormativität!

Jede Organisierung muss mit der Spannung zwischen Freiheit und Sicherheit umgehen. Deshalb beachtet bitte das anarchistische Vermummungsgebot! Haltet den gebotenen physischen Abstand ein, verbindet euch sozial und emotional!

Mehr Infos: https://acsd20.noblogs.org/

 

********** English version*************

Make queer revolution real:

Anarchist Queer March Berlin – ACSD 2020

Saturday, 25. July, 18:00 Kottbusser Tor

We celebrate a warm, loving, sexual, perverted, radical and militant demo against any domination and against any war.

Stay diverse! Stay connected! Cover your faces!

All colors, all genders, all (a)sexualities, all bodies, all ages, all (non)religions are welcome!

No national flags! No political parties! No heteronormativity!

There is a tension between security and freedom, every organizing has to deal with this tension. So, please mind the anarchist face-covering precept! Keep the required physical distance, connect socially and emotionally!

More Info: https://acsd20.noblogs.org/

 

************** Turkish version *****************

Anarsist Onur Yürüyüsü

Cumartesi, 25 Temmuz Kotbusser Tor

Hep beraber he türlü hakimiyet girisimine ve savasa karsi; simsicacik, sevgi dolu, cinsellik dolu , sapkin radikal ve militan gösterimizi kutluyoruz.

Cesitlilik icinde kalin! Iletisimde kalin! Emniyette kalin ve yüzlerinizi kapatmayi unutmayin!

Bütün renkler, bütün cinsiyetler, bütün cinsellikler (cinselliksizlikler), bütün vücutlar, her yastakiler, her dindekiler ve dinsizler davetlidir!

Ulusal bayrak yok!Siyasi partiler yok!Heteronormativite yok!

Güvenlik ve özgürlük arasinda hep bir gerilim varolagelmis ve bu tür organizasyonlar bu gerilimle mücadele etmek durumunda kalmistir. Emniyetimiz icin maske kurallarina uyalim, sosyal mesafeyi koruyarak sosyal ve duygusal bagimizi kaybetmeyelim.

Daha fazla bilgi icin: https://acsd20.noblogs.org/

 

************** Italian version *****************

Make queer revolution real:

Queer Pride Anarchico – ACSD 2020

Sabato 25 Luglio alle 18:00 – Kottbusser Tor

Una manifestazione calorosa, affettuosa, sensuale, perversa e militante contro ogni tipo di dominazione e guerra.

Siate voi stess*! Siate solidali! Copritevi il viso!

Tutti i colori, i generi, le (a)sessualità, i corpi, età e tutti le/i credent* (e non) sono le/i benvenut*.

Nessuna bandiera nazionale! Nessun partito politico! Contro ogni eteronormatività!

Anche se la relazione fra sicurezza e libertà è molto spesso di tipo conflittuale, c’è bisogno di un compromesso. Quindi, ricordate di seguire la “norma” anarchica: copritevi il viso! Mantenete un’adeguata distanza fisica ma restate solidal* e emotivamente conness*!

Per informazioni: https://acsd20.noblogs.org/

 

************** Hebrew version *****************

המצעד הקווירי האנרכיסטי – ברלין ACSD 2020

Anarchistischer Christopher Street Day 2020 Berlin

יום שבת ה-25 ביולי, 18:00, קוטבוסר טור

SATURDAY, 25. JULY, 18:00 KOTTBUSSER TOR

בואו לחגיגת אהבה חתרנית שבה נפגין נגד כל הגמוניה וכל מלחמה באשר הן.

כל הצבעים, כל המגדרים, כל המיניויות והאי-מיניויות, כל האמונות והאי-אמונות, כל הגופים, כל הגילאים  – בואו בהמוניכן!

בלי דגלי לאום, בלי מפלגות, בלי הטרו-נורמטיביזם.

מבחינת קורונה: תהיו עצמיכן – אך עטו מסכות. נשמור על הריחוק הפיזי הנדרש, אבל לא על ריחוק חברתי.

למידע נוסף: https://acsd20.noblogs.org

 

************** Arabic version *****************

 برايد الكوير الأناركي في برلين ٢٠٢٠

Kottbusser Tor السبت ٢٥ تموز/ يوليو ٢٠٢٠ الساعة السادسة مساء في

فلنجعلها مظاهرة دافئة ومليئة بالحب والجنس، مظاهرة منحرفة وراديكالية وهجوميّة ضد كل أشكال الطغيان وضدّ جميع الحروب

فلنحتفل بالتعددية والتواصل الحقيقي! لكن غطوا وجوهكم ووجوهكنّ

كلّ الألوان والهويات الجندرية والهويات الجنسية أو اللاجنسية، كلّ الأجساد والأعمار وكلّ الديانات واللاديانات مرحب بها

لا للأعلام الوطنية ولا للأحزاب السياسية ولا مكان بيننا لتطبيع المغايرة الجنسية المنحازة للجنس البيولوجي أو الهترونورمتيفيتي

ما بين الحفاظ على الأمن وبين الحريّة هنالك دائماً صراع، فوجب على المنظمين والمنظمات لهذه المظاهرة التعامل مع هذا الإشكال. لذا يُرجى مراعاة ارتداء الماسك لتغطية وجوهنا الأناركية كما ذكرنا.  فلنحافظ على المسافة والتباعد فيما بيننا ولكن فلنتواصل عاطفياً واجتماعياً

https://acsd20.noblogs.org/ لمزيد من المعلومات

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